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'Ausreißer' Thomas Sonnenburg und märchenhafte Stadtteilmütter lesen in Outlaw-Kita Ritterstraße


Thomas Sonnenburg mit Kindern der Kita Ritterstraße, Hanan Kain-Jaffer und Najla Majeed vom Stadtteilmütter Projekt mit Kindern der Kita Ritterstraße

Große Kinderaugen, aufmerksame Ohren und hibbelige Hände und Füße – am 18. November war Bundesweiter Vorlesetag! Die Kreuzberger Kita Ritterstraße, die die gemeinnützige Outlaw Kinder- und Jugendhilfe GmbH in Kooperation mit der idealo internet GmbH in Kreuzberg betreibt, hatte zu diesem Anlass verschiedene Programmpunkte für die Kita-Kids vorbereitet und einen prominenten Gast in die Kita eingeladen: Sozialpädagoge Thomas Sonnenburg, seit mehr als acht Jahren Botschafter der Stiftung Lesen und dem Fernsehpublikum aus der RTL-Reality-Doku-Serie 'Die Ausreißer – Der Weg zurück' bekannt, gilt als Experte für jugend- und bildungspolitische Fragen.

Der charismatische Thomas Sonnenburg wechselte beim Vorlesen zwischen sonorem Erzähler und 'schnodderig stänkernden Geist' – die Zwei- bis Sechsjährigen folgten fasziniert seiner Stimme und tauchten voll ein in "Das Märchen vom Geist Gnatz", einem Kinderbuch-Klassiker von Klaus Mehler und Karl-Heinz Appelman über einen Geist, der Kinder ärgert, aber im Kindergarten auf seine Grenzen stößt. "Es ist immer schön mit Kindern zu lesen, einmal die Welt mit ihren Augen zu sehen, Bestandteil der Geschichten zu werden", sagt er über seinen Bildungsauftrag, dem er mit viel Engagement nachkommt – am Vormittag las er bereits in einer anderen Berliner Kita und Schule.

Als arabisches Bilderbuch-Kino präsentierten liebevoll Hanan Kain-Jaffer und Najla Majeed vom Stadtteilmütter Projekt das arabische Äquivalent zu "Der Wolf und die sieben Geißlein". Hanan Kain-Jaffer las vor und Najla Majeed unterstützte sie mit Tierlauten und Gesang. Seit November helfen die beiden dem Kita-Team bei der Eingewöhnung der fünf geflüchteten Kita-Kinder, zum Beispiel durch die Teilnahme an den Entwicklungsgesprächen, dem gemeinsamen Frühstück und an anderen besonderen Ereignissen wie dem Vorlesetag. "Vernetzung im Sozialraum ist ein entscheidender Faktor, um Hilfen bedarfsgerecht anzubieten", sagt die stellvertretende Kita-Leiterin Rebecca Liebert und fügt hinzu: "Sprache ist ein wichtiges Instrument für Integration, wir freuen uns sehr über die Kooperation mit den Stadtteilmüttern."

Das Stadtteilmütter Projekt wird seit 2007 in Kreuzberg vom Diakonischen Werk Berlin Stadtmitte umgesetzt und hat zum Ziel, die Bildungschancen von Kindern zu verbessern und Eltern für die Bedürfnisse ihrer Kinder zu sensibilisieren. Dabei arbeiten die Stadtteilmütter mit vielen Kitas und Schulen im Sozialraum zusammen, um die Kooperation zwischen Eltern und Erzieherinnen zu stärken.

Rebecca Liebert zieht ein positives Fazit: "Es war ein toller Tag für alle Beteiligten. Ich möchte mich ganz herzlich bei Hanan Kain-Jaffer, Najla Majeed, Thomas Sonnenburg und den Eltern bedanken, die bereits heute Vormittag in ihren Muttersprachen vorgelesen haben."