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Outlaw Sachsen geht neue Wege: Erstmals Erzieherin aus Syrien in Kita Leubnitzer Straße


Ab Juni 2017 arbeitet Rania Hamdo täglich zwei Stunden in der Dresdner Outlaw-Kita Leubnitzer Straße und unterstützt so aktiv die Arbeit der pädagogischen Fachkräfte in der Outlaw-Kita. Die 35-jährige Syrerin bringt dafür auch gute Voraussetzungen mit: Sie studierte vier Jahre Kindererziehung an der Universität Damaskus und absolvierte 2010 den Bachelor of Education Kindergarten. Dabei arbeitete Rania Hamdo vor allem mit Kindern im Alter zwischen ein und zwei Jahren und sammelte grundlegende Erfahrungen für den pädagogischen Alltag in Kindertagesstätten.

Trotzdem kann sie in Deutschland nicht einfach in ihrem erlernten Beruf weitermachen – die Anerkennung bzw. die Gleichwertigkeit ihrer Ausbildung ist nicht gegeben.

"Deshalb setzen wir uns als freier Träger für ein spezielles Erzieher*innen-Ausbildungsprogramm ein, um auch Fachkräfte aus dem Ausland für die pädagogische Arbeit in unseren Einrichtungen zu gewinnen", betont dazu Dirk Bachmann, Outlaw-Regionalgeschäftsführer Sachsen. "Damit wollen wir nicht nur dem Fachkräftemangel im Bereich der Sozialen Berufe begegnen, sondern auch Menschen aus dem Ausland mit entsprechenden Qualifikationen die Möglichkeit geben, hier in Deutschland wieder arbeiten zu können." Das hatte Outlaw auch in einem Artikel der Sächsischen Zeitung im April 2017 betont – worauf sich Rania Hamdo beim gemeinnützigen Träger bewarb.

Rania Hamdo lebt seit 2015 mit einer Aufenthaltsgenehmigung in Sachsen. In ihrem erlernten Beruf konnte sie bisher nicht einsteigen und arbeitete in einer Arztpraxis. Die Syrerin absolvierte erfolgreich den Integrationskurs mit der deutschen Sprachausbildung B1 und wird im Juli 2017 den B2-Sprachkurs abschließen. Rania Hamdo wünscht sich, wieder in ihrem Beruf als Kindererzieherin zu arbeiten und sieht ihre Stärke vor allem als Sprachmittlerin bei der Betreuung ausländischer Kinder.

Um das möglich zu machen, kooperiert Outlaw in Sachsen bereits eng mit der Freien berufsbildende Schule Dresden. Das Ziel ist, begleitende Ausbildungen zur/zum Erzieherin/Erzieher zu entwickeln, die auf der Qualifikation der Bewerber*innen aufbauen. "So müssten die im Ausland ausgebildeten Erzieher*innen hier in Deutschland vielleicht nicht noch einmal eine vierjährige Ausbildung absolvieren, sondern könnten berufsbegleitend eine Weiterbildung oder Zusatzqualifikation ablegen", beschreibt Dirk Bachmann. Die Freie berufsbildende Schule Dresden ist genau auf solche Konstellationen spezialisiert und wird in einem zweistufigen Verfahren die Kompetenzen der Bewerber*innen prüfen. "Bürokratische Hindernisse können hier sein, dass alle benötigten Bewerbungsunterlagen vorliegen müssen. Für Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, ist das nicht immer umsetzbar und das macht die Prüfung der einzelnen Fälle nicht einfach", ergänzt der Regionalgeschäftsführer. In Rania Hamdos Fall fehlte beispielsweise ein Zeugnis der Universität Damaskus, welches ihr Bruder, der noch in der Heimat lebt, besorgen konnte.

Bis zur Entscheidung, inwieweit Rania Hamdos pädagogisches Studium anerkannt wird und welche zusätzlichen Ausbildungen sie absolvieren muss, gewöhnt sich die junge Syrerin in der Kita Leubnitzer Straße an den deutschen Kita-Alltag.

Den ganzen Artikel der Sächsischen Zeitung lesen Sie hier.