Menü schliessen

„Mit Sicherheit gut ankommen“ – erfolgreicher Abschluss in Berlin!


Vito Fiorino und Antonio Umberto Riccó nach der letzten Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ – Photo by Sebi Berens

65 Tage war Outlaw.die Stiftung mit insgesamt zwei Booten in deutschen Städten unterwegs, um auf die Situation von Flüchtlingen aufmerksam zu machen. Ende September fand das Projekt „Mit Sicherheit gut ankommen!“ seinen erfolgreichen Abschluss in Berlin.

Am Treptower-Hafen fand zum letzten Mal die szenische Lesung „Ein Morgen vor Lampedusa“ statt. Ergreifende Bilder und Originaltöne einer großen Schiffskatastrophe aus dem Jahr 2013 wurden von den Mitgliedern der Theatergruppe der Matthiaskirche aus Hannover vorgetragen. Antonio Umberto Riccó hat nach dem Unglück die Zitate zusammengetragen und arrangiert. An diesem Abend war Vito Fiorino zu Gast. Er ist einer der Augenzeugen der damaligen Rettungsaktion und hat mit seinem Schiff, der „Gamar“, vor der Küste Lampedusas 47 Menschen das Leben gerettet. Mit Tränen in den Augen stand er nach der Lesung in der vollbesetzten Jurte und bedankte sich: Bei den vielen Menschen, die die Erinnerungen an die Tragödie wachhalten und bei den Menschen, die auch heute noch gegen das Sterben im Mittelmeer kämpfen.

„Wir haben eine sehr bewegte Reise hinter uns und sind sicher, dass wir auch viel in den Köpfen und Herzen der Menschen bewegen konnten“, zieht Gerald Mennen, geschäftsführender Vorstand von Outlaw.die Stiftung, zum Abschluss des Projekts ein positives Resümee. Viele tausend Menschen sind auf den insgesamt 22 Stationen deutschlandweit erreicht worden – dabei hat es vereinzelt Kritik, aber überwiegend starken Zuspruch gegeben.

Bei Kerzenschein verabschiedeten die Berliner am 01. Oktober die „Al-hadj Djumaa“ im Treptower Hafen. Sie macht sich nun auf die letzte Etappe der Reise zurück in den Heimathafen nach Amsterdam.  

Seit Ende Juli war das sozial-kulturelle Schiffsprojekt „Mit Sicherheit gut ankommen“ unterwegs. Mit zwei Schiffen wurden 22 Stationen angefahren. Immer mit an Bord: Eine Kunstinstallation, bestehend aus über 70 Kupferfiguren. Die Besatzung wechselte mit den Schiffen: Auf dem hochseetauglichen Fischkutter M/S Anton traf man auf erfahrene „Seebären“ von Levende Hav-Umweltaktivisten, die mit der Installation immer wieder auf internationalen Gewässern unterwegs sind. Ab Papenburg wechselten die Figuren auf das ehemalige Schlepperboot Al-hadj Djumaa, ein binnenschifftaugliches Boot, das 2013 mit über 280 geflüchteten Menschen an Bord vor Lempedusa beschlagnahmt wurde. Ab hier übernahm eine Crew aus engagierten Freiwilligen das Ruder. Immer mit dabei: Gerald Mennen, geschäfsführender Vorstand von OUTLAW.die Stiftung und Initiator des Projekts.