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Ein ganz besonderes Geschenk findet seine Bestimmung


Im Beisein vom Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Leeve, überreicht Marion Kahn, Geschäftsführerin der Diakonie Münster, am 23. August 2017 die Liste an die Mannschaft der Al-Hadj Djumaa.

Wie an vielen Stationen wurde die Liste auch in Dresden Mitte September 2017 sehr aufmerksam von den Besuchern*innen des Schiffsprojekts gelesen.

Gerald Mennen überreicht die Liste als Schenkung an Mitarbeiterinnen des Dokumentationszentrums und Museums über die Migration in Deutschland (DOMiD) e.V. in Köln.

Bei dem Aufenthalt der Al-hadj Djumaa im Hafen von Münster auf ihrer langen Reise im Rahmen des sozial-kulturellen Schiffsprojekts „Mit Sicherheit gut ankommen“ hat Marion Kahn von der Diakonie Münster ein ganz besonderes Geschenk an Gerald Mennen übergeben: Es war eine mehr als 25 Meter lange Liste mit den Namen von 16.500 Menschen, die auf der Flucht zwischen 1993 und 2003 gestorben sind.

In akribischer Arbeit hatten Teresa Häuser und ihre Tochter Nelia Häuser die Daten aller verstorbenen Flüchtlinge, die sie von „United against racism“ und von der „Internation Organisation for Migration!“ erhalten hatten, auf dieser langen Rolle festgehalten. Neben den Namen (falls bekannt) wurden auch Angaben zum Fundort, zu der Anzahl der aufgefundenen Toten und zu der Todesursache aufgeschrieben. Diese Rolle reiste auf der weiteren Fahrt des Schiffsprojekts durch das Ruhrgebiet, dann quer durch Deutschland bis nach Sachsen und schließlich nach Berlin mit.

An allen Stationen wurde die Liste den Besuchern*innen präsentiert. Immer wieder war den Lesern*innen die Erschütterung darüber anzumerken, dass schon zu so einem frühen Zeitpunkt – lange vor der sogenannten Flüchtlingswelle – eine solch große Anzahl von auf der Flucht getöteten Kindern, Frauen und Männern registriert wurden. Schon auf der Reise wurde Gerald Mennen von Beate Rieple, Archivarin beim Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V. in Köln - kurz DOMiD, auf dieses einmalige Dokument angesprochen. Das Zentrum war sehr daran interessiert, diese Schriftrolle mit in Ihren Bestand aufzunehmen und damit auch später interessierten Menschen zugänglich zu machen. Außerdem steht es jetzt auch für die wissenschaftliche Forschung zur Verfügung. „Wünschenswert wäre es, wenn diese Liste auch noch bis in die heutige Zeit fortgeführt werden kann. Darüber haben wir mit dem DOMiD erste Überlegungen angestellt“, so Gerald Mennen. Outlaw.die Stiftung hat dieses Geschenk erhalten, „damit sie genutzt und wieder weitergegeben kann - gegen das Vergessen!“ So steht es in dem Begleitschreiben der Diakonie Münster zur Schenkung. Und so ist es jetzt auch geschehen. Gerald Mennen hat die Rolle jetzt an das DOMiD übergeben. So wird dieses einmalige Zeugnis der unmenschlichen Seite von Flucht und Migration auch nach dem Schiffsprojekt „Mit Sicherheit gut ankommen“ noch wirken.