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Querbeet - Umweltbildung und innovative Flüchtlingsintegration


v.l.:Albert Recknagel, Vorstandsmitglied bei terre des hommes, Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler, DBU Finanzchef und Prokurist Michael Dittrich und Gabi Gaschina, Bereichsleiterin bei der Outlaw gGmbH

Menschen die Möglichkeit geben, sich neu zu verwurzeln, Integration, Umweltbildung und interkulturelle Begegnung – das sind Ziele des Projektes „Querbeet“, einer Kooperation des Kleingartenvereins „Deutsche Scholle e.V.“ Osnabrück, terre des hommes und der Outlaw gGmbH, das am 21. Februar an den Start ging – zeitgleich mit dem 100-jährigen Bestehen des Kleingartenvereins. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert.

Bürgermeisterin Karin Jabs-Kiesler lobte in ihrer Rede das Projekt: „Mich hat selten ein Projekt so in Begeisterung versetzt wie dieses, denn bei allem, was wir derzeit bundesweit zu verkraften haben an Äußerungen und Vorstellungen rechtsgerichteter Kreise und parteiähnlicher Gruppierungen, tut es ungemein wohl zu erleben, wie Menschen in unserer Friedensstadt Osnabrück ganz andere, nämlich menschliche Wege gehen.“

Und darum geht’s: Flüchtlingsfamilien werden Kleingärten zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Diese müssen zuerst in gemeinsamer Arbeit hergerichtet werden. In diesem Rahmen können die Familien mit anderen Vereinsmitgliedern in Kontakt kommen. Die Parzellen sollen besonders den Kindern, aber auch ihren Eltern, als erholsame und sichere Rückzugsorte außerhalb der Gemeinschaftsunterkünfte dienen.

„Die Familien, die wir ausgewählt haben, hatten in ihrer Heimat auch schon eigene Gärten und viel Freude beim Anbau von eigenem Obst und Gemüse. Über die Aussicht, bald wieder ein Stück Land zur Verfügung zu haben, dass sie selbstständig bewirtschaften können, freuen sich die Familien natürlich sehr“, berichtet Farina Schubert, Projektkoordinatorin bei Outlaw.

Auf der anderen Seite leisten die MitarbeiterInnen des Projektes Aufklärungsarbeit in der Gesellschaft: Stammtischgespräche zu Flucht und Fluchtursachen sollen das Verständnis und die Akzeptanz der Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger für die geflüchteten Familien steigern. In Workshops zu den Themen „Umweltbildung“, „Gartenskulpturen“, „Fotodokumentation der eigenen Ernte“, bei Garten- und Vereinsaktivitäten, Angeboten für Kinder und Austauschtreffen werden Möglichkeiten geschaffen, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Außerdem geht es um Umweltbildung: ökologischer Obst- und Gemüseanbau, Umweltschutz und Receycling sind weitere Themen.

„Terre des hommes stärkt mit diesem Projekt die Integration von Flüchtlingen und wirbt für besseres Verständnis für die Hintergründe von Migration“, so Birgit Dittrich, Projektverantwortliche bei dem Kinderhilfswerk. „Wir wollen es schaffen, dass am Ende nicht die unterschiedlichen Nationalitäten sondern das gemeinsame Interesse an Natur und Umwelt im Vordergrund stehen.“

Begleitet wird das Projekt von der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften der Hochschule Osnabrück, die die Ergebnisse für weitere Integrationsprojekte auswertet. So dient „Querbeet“ als Beispiel und Wegweiser über die Stadtgrenzen hinaus. Die Osnabrücker Künstlerinnen Christine Vennemann und Margit Rusert inspirierten als Angehörige der Ateliergemeinschaft m 82 an den Martinihöfen die Konzeption des Projektes. Bereits seit einigen Jahren setzen sich die beiden künstlerisch mit dem Thema „Fluchtursachen“ auseinander.

Gabi Gaschina, Projektverantwortliche bei der Outlaw gGmbH war von Beginn an begeistert: „Integration braucht direkte Begegnung zwischen Menschen und gemeinsames Tun. Nur so kann Fremdheit überwunden werden. Wenn Menschen dann auch noch die Möglichkeit haben, sich in einem neuen Land zu „verwurzeln“, ist das richtig klasse.“


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