Menü schliessen

Fahrradtour mit "Schöner leben ohne Nazis" führt Schulprojekt zur Gedenkstätte Sachsenhausen


Unter dem Titel "Schöner leben ohne Nazis" hat das Aktionsbündnis Brandenburg gegen Gewalt, Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit eine Kampagne initiiert, die diesen Sommer unter dem Motto "Sommer der Stars" mit Konzerten, Lesungen und Gesprächen durch Brandenburg tourt. Bei der Auftaktveranstaltung am 22. Mai hatten interessierte Teilnehmer*innen die Wahl zwischen fünf Workshop-Angeboten. Die Schüler*innen des Outlaw-Schulprojektes Kompass Sachsenhausen entschieden sich für eine thematische Radtour durch Oranienburg. Der Startpunkt der Tour war das Besucherinformationszentrum der Gedenkstätte Sachsenhausen.

Der themenzentrierten Fahrradtour gingen im Schulprojekt mehrere Wochen Diskussionen zum Thema Nationalsozialismus voraus. Gemeinsam mit den beiden Outlaw-Sozialarbeiterinnen Astrid Naefe und Anna Lehmann sprachen die Jugendlichen über die Nationalsozialisten, den 2. Weltkrieg, die Folgen und die Bedeutung für die Familien und deren Leid als Opfer und Angehörige. Eine Schülerin regte hierzu an "Das Tagebuch der Anne Frank" zu lesen, was auf großes Interesse stieß. Rege diskutierten sie auch über aktuelle Themen wie die Flüchtlingspolitik und den Umgang mit anderen Kulturen.

Die Fahrrad-Tour stellte nun den Höhepunkt und thematischen Abschluss vor den Sommerferien dar. Besonders ein Schüler beteiligte sich interessiert an der Tour, stellte viele Fragen zu den Hintergründen und zeigte sich bei der Tour oft betroffen. "Es war sehr spannend und wir sind auch an andere Orte von Oranienburg gefahren", sagt Alexander und kommt immer wieder nachdenklich auf die Gedenkstätte zurück.

Auch die Stelle, an der das ehemalige KZ Oranienburg stand, betrachteten sie bei ihrer Tour: "Nur eine kleine unauffällige Tafel erinnert an das KZ Oranienburg. Viele wissen gar nicht, dass es das KZ schon vor dem KZ Sachsenhausen gab. Auch hier wurden Menschen gequält und dazu gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen zu arbeiten. Alexander war so fassungslos, dass er immer wieder nachfragen musste", erzählt Astrid Naefe.

Gegen 17.00 Uhr fand die zweistündige Tour im Oranienwerk ihren Abschluss und alle Workshop-Teilnehmer*innen sowie die anderen Besucher*innen hatten die Gelegenheit an einem Konzert mit der beeindruckenden Esther Bejarano und der Microphone Mafia teilzunehmen. Die 94-jährige Sängerin ist eine Überlebende des KZ Auschwitz-Birkenau und spielte Akkordeon im Mädchenorchester Auschwitz. Seit 2009 macht sie Musik mit der Microphone Mafia, die für den Frieden, gegen Rechtsradikalismus singen. Esther Bejarano singt für das Leben.

Die Schulprojekte "Kompass" werden gefördert durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.