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Gratwanderung mit Erfolg! Workshop Kinderrechte der Outlaw-MitarbeiterInnen der Region Sachsen

Internationaler Tag der Kinderrechte am 20. November


Was für alle Erwachsenen selbstverständlich ist, gilt auch für Kinder: Ob Meinungsfreiheit, Wunsch- und Wahlrecht, Recht auf Beteiligung, Besitz und Eigentum, Privatsphäre, Bildung und Ausbildung oder auch gesundes Leben: Kinderrechte sind gesetzlich verankert und stehen beim heutigen weltweiten Kinderrechte-Tag am 20. November besonders im Fokus. In Vorbereitung darauf trafen sich jetzt 23 Outlaw-MitarbeiterInnen zum Kinderrechte-Workshop im Stadtteilzentrum Emmers der Outlaw gGmbH.

"Was lief richtig gut, wo gab es Stolpersteine und was braucht es, um die Kinderrechte gut im Alltag zu berücksichtigen?", so fasst Steffi Ulbricht, Bereichsleiterin Erzieherische Hilfen die Kernfragen des Workshops zusammen. Die MitarbeiterInnen aus den Bereichen Kita&More, Hilfen zur Erziehung und der Offenen Kinder- und Jugendarbeit diskutierten in kleinen Gruppen und im anschließenden Plenum konkrete Beispiele. So zum Beispiel Situationen aus dem Alltag in der Kita oder den Projekten der Offenen Kinder- und Jugendarbeit. Drei Moderatoren begleiteten die Kleingruppen.

"Ich war sehr beeindruckt, was die Teams im vergangenen Jahr zu diesem Thema auf den Weg gebracht haben", freut sich Steffi Ulbricht. "Vieles davon hatten zudem noch positive Nebeneffekte. Die Mädchen und Jungen lernen dabei nämlich nicht nur ihre Rechte und Pflichten besser kennen, sie üben auch, Verantwortung zu übernehmen und werden durch Erfolgserlebnisse motiviert." Eines dieser Erfolgserlebnisse ist ein Video-Projekt vom Hort der 26. Grundschule: Das Ergebnis des Projekts ist ein Film, der die Auseinandersetzung mit dem Recht auf Bildung und Beteiligung dokumentiert.

"In der Arbeit mit den Kinderechten ist es besonders wichtig, dass wir unsere Rollen als Vorbilder auch im Alltag nicht vergessen", sagt Sabine Ehrig, stv. Leiterin des Horts der 26. Grundschule und Steffi Ulbricht fügt hinzu: "Dazu zählt auch ein authentisches Auftreten der Kolleginnen und Kollegen." Schließlich waren sich alle Beteiligten einig, dass die Arbeit mit Kinderrechten kein abgeschlossener Prozess ist und dass besonders in der Kinder- und Jugendhilfe viele Herausforderungen zu meistern sind. Oft sei es eine pädagogische "Gratwanderung", denn das Recht des Einzelnen ist nicht immer vereinbar mit dem Recht anderer oder auch mit anderen Rechten. Die Bedürfnisse verschiedener Altersgruppen in den Kitas oder häufige Wechsel der jungen Menschen in den WGs erschweren diese Entwicklungen.

Wichtig seien daher realitätsbezogene Aushandlungsprozesse, und die kosten viel Kraft und natürlich auch Zeit – Zeit, die angesichts knapper Personalschlüssel oftmals einfach gar nicht zur Verfügung steht.

Damit Kinderrechte im Alltag gelebt werden können, so das Ergebnis, ist zuallererst eine positive Grundhaltung im Team notwendig, die immer wieder besprochen und reflektiert werden müsse. Dabei wünschten sich die KollegInnen die notwendigen Rahmenbedingungen – angefangen bei Zeit und personellen Ressourcen über die Unterstützung durch externes Fachpersonal und die Kontinuität in Betreuungsabläufen sowie Raum zur Reflexion. Für Letzteres bot der Workshop im EMMERS eine gute Gelegenheit, so die wohl nahezu einhellige Meinung der TeilnehmerInnen.