Menü schliessen

Keinen Moment zu früh: Familie aus Burundi dank OUTLAW.die Stiftung wieder vereint


Erik Jäckel (Leiter Kita Am Nettelbeckplatz), Familie Niragira, Gerald Mennen und Susanne Christopoulos (Regionale Geschäftsführerin Outlaw Berlin) (unten) Willkommensgrüße, Glückwünsche und Sträuße für Familie Niragira auf dem Empfang der Outlaw-Region Berlin.

Glück und große Dankbarkeit sind in den Gesichtern von Georges Niragira, und seiner Familie zu lesen, als sie gemeinsam beim Empfang der Outlaw-Region Berlin die vielen Willkommensgrüße, Glückwünsche und Sträuße entgegennehmen. Georges Niragira ist Erzieher in der Berliner Outlaw-Kita Am Nettelbeckplatz und versucht seit 2012 seine Frau und die gemeinsamen 4 Kinder aus dem kriegsgeplagten und wieder vom Bürgerkrieg bedrohten Burundi nach Deutschland zu holen.

Dank dem Engagement von OUTLAW.die Stiftung und den zahlreichen Spenden vieler Berliner Outlaw-MitarbeiterInnen und Familien ist es endlich geglückt – der Familienvater konnte seine Liebsten am Frankfurter Flughafen in die Arme schließen.

"Wir möchten uns von Herzen bei OUTLAW.die Stiftung, bei meinen Kolleginnen und Kollegen von Outlaw und den Eltern der Kita Am Nettelbeckplatz bedanken! Ohne ihre Hilfe wären wir noch immer getrennt voneinander", betont der tief gerührte Georges Niragira beim Empfang, den die Outlaw-Region Berlin für seine Familie gegeben hat.

Auch Gerald Mennen, geschäftsführender Vorstand von OUTLAW.die Stiftung, ließ es sich nicht nehmen und begrüßte Georges Niragira und seine Familie persönlich. Gemeinsam mit Tino Freimark, Sozialpädagoge und Betriebsrat bei Outlaw, initiierte er die entscheidende Spendenaktion auf der Online-Plattform 'betterplace.org'. Insgesamt sammelte die Stiftung hier seit Juni 2015 insgesamt 2.950 Euro, um eine sichere Unterkunft für die Familie in Burundi und die Flüge nach Deutschland zu finanzieren. Sehr schnell kam das benötigte Geld zusammen – SpenderInnen waren vor allem Eltern der Kita, KollegInnen von Georges Niragira und weitere MitarbeiterInnen von Outlaw.

"Georges ist so ein bescheidener Mensch, er käme nie auf die Idee, um Hilfe zu bitten", erinnert sich Tino Freimark. Beide Männer verbindet eine lange Freundschaft und deshalb wandte sich der Sozialpädagoge mit der Spenden-Idee an OUTLAW.die Stiftung. Gerald Mennen war sofort begeistert und sagte die Unterstützung auch mit eigenen Stiftungs-Geldern zu. Den bürokratischen Hindernissen nahm sich der geschäftsführende Vorstand persönlich an und sprach bei mehreren Behörden wiederholt vor: der für Burundi zuständigen Botschaft in Nairobi/Kenia, dem Auswärtigen Amt und der Berliner Senatsverwaltung mit dem Einbürgerungsamt und der Ausländerbehörde.

Beim Gang durch die Behörden halfen dem Deutschkanadier eigene Erfahrungen und Ausdauer: "Ich selbst bin mit 8 Jahren als Kanadier mit meiner Familie nach Deutschland gekommen. Mit der Arbeitsweise der Ausländerbehörden und den Fragen der Aufenthaltsgenehmigung und der Einbürgerung kenne ich mich aus." So wurde das beantragte Visum für die Familie Niragira auch zunächst abgewiesen, doch Gerald Mennen blieb hartnäckig, strengte ein Remonstrationsverfahren an und unterstützte mit OUTLAW.die Stiftung den Widerspruch von Georges Niragira  gegen die Entscheidung. Es dauerte dann aber noch weitere 11 Monate, bis Georges Niragira – inzwischen deutscher Staatsbürger - seine Familie nach Deutschland holen konnte.

Keinen Moment zu früh: Denn für die Familienzusammenführung war es höchste Zeit. Die Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und bewaffneten Teilen der Opposition drohen sich zu einem weiteren Völkermord in Burundi auszuweiten. Die Regierung hat bereits Äußerungen von sich gegeben, die in der Wortwahl an den Genozid in Ruanda erinnern.

Georges Niragira stammt aus Burundi und ist seit vier Jahren Erzieher bei der Outlaw Kinder- und Jugendhilfe in Berlin. Er schloss 2010 seine Ausbildung zum Erzieher hier in Deutschland ab. Dann ging er zurück in sein Heimatland, um dort eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen zu leiten – die einzige in ganz Burundi! Dabei wurde er jedoch mit dem Tode bedroht und musste 2011 flüchten.

Nun sind alle Familienmitglieder in Berlin vereint und wieder zeigen die Eltern der Kita Am Nettelbeckplatz und die Outlaw-MitarbeiterInnen großes Engagement, um der Familie den Start in Deutschland zu erleichtern: Sie sammeln Kleidung, Bettwäsche, Spielsachen und andere nützliche Sachspenden. Auch Arno Heseler, stellvertretender Leiter der Outlaw-Kita Alt-Wittenau und sein Musikfreund Ingo Schulz brachten sich für die Familie ein und sammelten mit einem Straßenmusikkonzert über 100 Euro für die Familie.

"Die Solidarität in der Region Berlin ist enorm groß und beispielhaft", unterstreicht Gerald Mennen begeistert: "Gemeinsam haben wir es geschafft, die bürokratischen und finanziellen Hürden zu überwinden und das macht mich richtig stolz."

OUTLAW.die Stiftung und die gemeinnützige Outlaw Kinder- und Jugendhilfe GmbH bedanken sich bei allen, die mitgeholfen haben und weiterhin die Familie unterstützen und begleiten werden!