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Breakdance-Beats zur Scheunendisco: Volles Haus bei Ferienakademie auf Outlaw-Erlebnishof Mohorn


"Haste wat, biste wat" – unter diesem Motto verbrachten 23 Mädchen und Jungen zusammen mit Outlaw-MitarbeiterInnen vom Spielmobil Wirbelwind ihre Herbstferien in der Outlaw-Ferienakademie. Auf dem Erlebnishof Mohorn der gemeinnützigen Outlaw Kinder- und Jugendhilfe probierten sich alle bei den unterschiedlichen Workshops der Akademie aus, lernten sich kennen und schlossen viele Freundschaften. Das Outlaw-Ferienprojekt wird unterstützt vom Deutschen Kinderhilfswerk.

Die Jugendlichen kamen über verschiedene Outlaw-Betriebsteile in Brandenburg und Sachsen in Kontakt mit dem Projekt, so zum Beispiel über Schulprojekte; einige stammen aus Pflegefamilien. Gemeinsam ist den TeilnehmerInnen, dass sie aufgrund ihrer sozialen Herkunft und der Lebensumstände einen erschwerten Zugang zu Bildungsangeboten haben.

Das Thema "Haste wat – biste wat" entwickelten die Outlaw-MitarbeiterInnen gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen. "Den meisten dieser Mädchen und Jungen fehlt zu Hause oft das Material oder die Möglichkeit ihre kreativen Vorhaben umzusetzen und so entstand der Titel", erklärt Andreas Auerbach vom Spielmobil Wirbelwind. Das Wirbelwind-Team konzipierte daraufhin die Inhalte der verschiedenen Workshops. "Im Vordergrund stand dabei, dass die Kinder und Jugendlichen Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten und Stärken erkennen, entwickeln und im Alltag anwenden können", erklärt der Pädagoge weiter:

Vormittags wählten die Mädchen und Jungen aus einem Angebot von drei Seminaren aus, mit welchem Thema sie sich spielerisch beschäftigen wollen. Die Themen der Seminare bezogen sich entweder auf Kinderrechte, Multikulturalität oder Sozialkompetenzen. Unter andere lernten die Kinder und Jugendlichen zum Beispiel im Seminar: "Softis, mehr als nur ein Taschentuch?!", wie wichtig es ist, auf die Bedürfnisse Anderer zu achten.

Dabei redeten die Mädchen und Jungen über ihre Wünsche und lernten, was es bedeutet, aufeinander Rücksicht zu nehmen. "Dazu gibt es ein besonderes Übungsspiel, bei dem sich alle zunächst für unterschiedlich lange Wollfäden entscheiden", erklärt Andreas Auerbach. "Nachdem sich alle entschieden hatten, sollten sich die Mädchen und Jungen dann mit den Wollfäden miteinander verbinden." Und das sorgte für herzhafte Lacher unter den SpielteilnehmerInnen: Denn die sich für die richtig kurzen Wollfäden mit nur 3 Zentimeter Länge entschieden hatten, konnten sich gar nicht mehr bewegen.

Nach den Seminaren am Vormittag ging es am Nachmittag für die Kinder und Jugendlichen richtig zur Sache: Ob Breakdance in der Scheune, Fußball im Regen oder Nähen eines eigenen Rucksacks – die bunte Palette an Workshops ließ keine Wünsche offen. In der Werkstatt schmiedeten, sägten oder formten die Kids Skulpturen aus Lehm. Im Workshop "Rap" schrieben zwei Jungs sogar ihren eigenen Text, der dann mit passenden Beats aufgenommen wurde.

Diese Beats brachten dann auch die Scheunendisco am letzten Abend zum Beben, als die Breakdancer ihre neuen Tanzschritte vorführten. Am Lagerfeuer sitzend ließen sich die Mädchen und Jungen Bratwürste schmecken und die Woche Revue passieren. Viele neue Freundschaften waren entstanden und so war es auch kein Wunder, dass beim Abschied die eine oder andere Träne floss.

Die Idee und das Konzept für die Ferienakademie entwickelte Heinz Beumer, pensionierter Gymnasiumsdirektor und Stiftungsrat von OUTLAW.die Stiftung. Es soll vor allem darum gehen, die Jugendlichen zu ermutigen, sich auszuprobieren und selbstbestimmt Themen zu erforschen – auch jenseits des Systems Schule. Exemplarisch werden Wege der Aneignung von Wissen beschritten, die zum Teil jenseits bekannter und üblicher Formen des Lernens liegen und die gerade sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen oft verschlossen bleiben.