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Diese Eltern wollen mehr: Partizipation, Information und Aufklärung beim Thementag im Elterncafé


Wie gut es klappt, Eltern von Jugendlichen in Wohngruppen mit in die pädagogische Arbeit einzubeziehen, das zeigte sich zuletzt beim Elterncafé in der Outlaw-Wohngruppe im Dresdner Bischofsweg. Ende November informierten sich hier sechs Elternteile von Bewohnerinnen der aktuellen Mädchen-WG und der Jugend-WG aus dem Bischofsweg über mögliche Einstiege, Risiken und Prävention zum Thema "Drogenkonsum und Suchtgefahr". Dazu referierte Sven Lindner von der Jugend- und Drogenberatungsstelle der Landeshauptstadt Dresden.

"Die Eltern möchten sich gern mehr beteiligen und wünschen sich verschiedene Aktivitäten und Themen, die wir zusammen angehen", unterstreicht Martina Werkmann, Teamleiterin der Mädchen-Wohngruppe, die zusammen mit ihrem Team beim Elterncafé im April eine Umfrage zum Thema Partizipation unter den Eltern startete: "Das Ergebnis zeigte klar, dass sich die Elternteile mehr Einbeziehung und auch Beratungen erhoffen, unter anderem zum Thema Drogenkonsum und Suchtgefahr."

"Wir arbeiten schon lange gut mit der Jugend- und Drogenberatungsstelle zusammen", führt Martina Wermann weiter aus. "Daher baten wir Sven Lindner unsere Eltern über mögliche Schutz- und Risikofaktoren zu informieren." Pubertäre Neugierde, wenig Nachdenken über mögliche Risiken und die Tatsache, dass Drogen häufig in öffentlichen Bereichen wie Parks, in Schulen oder durch die Clique zugänglich sind, macht das Thema so unberechenbar für die Eltern. Sven Lindner ging darauf ein und zeigte Beispiele auf, wie die Eltern gemeinsam mit der WG und mit ihren Kindern daran arbeiten können, die Risiken schädlichen Suchtmittelkonsums möglichst gering zu halten.

Nach dem Vortrag nutzten die Eltern die Gelegenheit, eigene Fragen zu stellen und diskutierten, wie alle gemeinsam an einem Strang ziehen können. Bei Tee, Kaffee, Muffins und Kuchen zeigte das Team der Wohngruppe dann eine Präsentation und einen Videofilm zu den Aktivitäten der Mädchen-WG aus dem zurückliegenden Jahr.

Aus den gemeinsamen Gesprächen nahmen die Eltern dann auch unabhängig vom Thema "Suchtgefährdung" viele Anregungen für den Alltag mit. "Das war sehr interessant, auch wenn ich mir bei meiner Tochter keine Sorgen wegen einer Drogensucht machen muss", erzählt die Mutter einer Bewohnerin der Wohngruppe. "Aber ich habe für die Erziehung meines jüngeren Sohnes viel mitgenommen: Zum Beispiel ein konsequenteres Auftreten, wenn ich etwas nicht gut finde."

"Dieses Elterncafé hat eindeutig Lust auf Mehr gemacht", zieht Teamleiterin Martina Werkmann im Anschluss ein positives Fazit und ist begeistert von der guten Zusammenarbeit mit den Eltern. "Eine gemeinsame Wanderung oder Minigolf und das Thema 'Grenzen und Konsequenzen' stehen deshalb jetzt schon auf unserem Programm für das Jahr 2016!"