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Gelebte Inklusion bei Outlaw


Drei spannende Monate liegen hinter Maren Hesse, die bei ihrem Praktikum in der Personalabteilung der zentralen Geschäftsstelle in Greven viele wertvolle Erfahrungen machen konnte. Aber nicht nur Maren Hesse, auch die MitarbeiterInnen der Outlaw gGmbH haben viel dazugelernt, denn Maren hat ein Handicap: Ihr Sehvermögen ist stark eingeschränkt. Sie kann einige Farben erkennen, Umrisse und Kontraste, doch alles nur sehr verschwommen.

"Ich mache meine Ausbildung zur Kauffrau für Büromanagement beim Blindenbildungswerk Soest", berichtet die 27-jährige. Während der dreijährigen Ausbildung sind 26 Wochen Praktikum vorgesehen. "Aber viele Firmen haben trotz der Diskussion um Inklusion immer noch Vorbehalte oder schrecken vor eventuellen Problemen zurück, die die Beschäftigung eines sehbehinderten Mitarbeiters mit sich bringen könnte", so Hesse. "Ich habe sehr viele Bewerbungen geschrieben und leider meistens Absagen erhalten."

Aufgrund dieser Situation gibt es ein Netzwerk von Übungsfirmen, in denen man praktische Erfahrungen für den Alltag in einem "echten" Unternehmen sammeln kann. "Wir lernen dort unter sehr realistischen Bedingungen alles, was man bei seiner Arbeit können muss. Auch Problemsituationen und schwierige Gespräche sind Thema. Trotzdem ist diese simulierte Realität nicht das gleiche wie die Arbeit in einem realen Unternehmen", sagt Maren Hesse. "Man fährt mit einem ganz anderen Ernst zur Arbeit, wenn man weiß, dass sie "echt" ist."

Über Kontakte zu Gerald Mennen motivierte ihre Vorgesetzte sie, sich bei Outlaw zu bewerben - mit Erfolg, denn nach einem guten Bewerbungsgespräch erhielt sie schon ein paar Tage später die Zusage. Beide Seiten wussten nicht, worauf sie sich einlassen, aber haben sich der unbekannten Situation gestellt: "Vor meinem ersten Tag hatte ich schon Respekt. Ich wusste nicht, wie ich den KollegInnen vermitteln soll, wie und was ich sehen kann und hatte Bedenken, ob alles reibungslos funktioniert."

Auch die MitarbeiterInnen in Greven waren unsicher, wie sie mit Maren umgehen sollen, ob und wie viel Hilfe sie benötigt - völlig zu Unrecht, wie sich im Nachhinein herausstellte. "Es war für uns alle eine tolle Erfahrung zu sehen, wie offen Maren mit ihrem Handicap umgeht", berichtet Personalleiterin Daniela Keßling. "Wir waren alle ganz erstaunt, wie gut sie innerhalb kürzester Zeit Arbeitsinhalte sorgsam und schnell umsetzen konnte, wie leicht es ihr fiel, sich in den Räumlichkeiten zurechtzufinden und auch die einzelnen Kolleginnen und Kollegen auseinander zu halten."

Mit Hilfe einer Vergrößerungssoftware für den PC, die auch eine Sprachfunktion beinhaltet, und mit einem Lesegerät konnte Maren ihre Aufgaben gut meistern. In ihrer Leistung steht sie einem normal Sehenden damit in nichts nach.

"Insgesamt war das Praktikum eine bereichernde Erfahrung für alle Beteiligten. Viele Vorbehalte waren schon nach kurzer Zeit ausgeräumt, und wenn es doch mal schwierig wurde, kamen wir schnell und zielorientiert zu einer guten Lösung", berichtet Daniela Keßling weiter.

Maren Hesse hat auch viel mitgenommen: "Ich wollte eigentlich nicht im Personalbereich arbeiten, aber bei meinem Praktikum habe ich dieses Arbeitsfeld mit allen Aufgaben und Anforderungen kennen lernen dürfen und kann mir jetzt gut vorstellen, nach meiner Ausbildung in diesem Bereich tätig zu werden."

Die Outlaw gGmbH bedankt sich auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich bei Maren Hesse für ihren engagierten und kompetenten Einsatz in der Verwaltung in Greven!