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Süchte erkennen und handeln: Modellprojekt „QuaSiE“ unterstützt Fachkräfte der Jugendhilfe

Bundesprogramm bietet Hilfe bei suchtbezogenen Problemlagen / Fachbeirat besucht stationäre Einrichtung der Outlaw Kinder- und Jugendhilfe in Dresden


Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen der Jugendhilfe sind zusätzlich belastet durch suchtbezogene Probleme, wie übermäßigen Substanz- und Medienkonsum – das zeigt eine Studie der Kölner Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich (FOGS) im Auftrag der LWL-Koordinierungsstelle Sucht.*

Hier setzt das Bundesmodellprogramm "QuaSiE – Qualifizierte Suchtprävention in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe" an, an dem insgesamt fünf Einrichtungen der Outlaw Kinder- und Jugendhilfe in Dresden teilnehmen. Das Ziel ist, konsumbezogene Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen früh zu erkennen, um manifeste Abhängigkeiten zu verhindern, die eine eigenständige negative Dynamik entfalten können. Die pädagogischen Fachkräfte der Einrichtungen erhalten durch praxisnahe Konzepte und Kooperationen mit Fachinstitutionen mehr Handlungssicherheit im Umgang mit suchtbezogenen Verhalten. Geplant ist, einen gemeinsamen Praxisleitfaden in und für die Einrichtungen zu erstellen. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert das Projekt.

Einen ersten Einblick in die Umsetzung des Programms verschafften sich der Fachbeirat der LWL-Koordinierungsstelle Sucht, Vertreter*innen des Bundesministeriums für Gesundheit sowie der Jugendhilfe und Forschung am Donnerstag, 16. März 2017, in der Outlaw-Wohngruppe Schweriner Straße in Dresden. Die Besucher*innen besichtigten die WG und kamen mit den pädagosichen Fachkräften ins Gespräch.

Marei Sonntag, QuaSiE-Projektkoordinatorin bei Outlaw und Bereichsleiterin der Hilfen zur Erziehung in Dresden betonte dabei: „Dank des Modellprojekts bekommen die pädagogischen Fachkräfte in unseren Wohngruppen und Anlaufstellen zusätzliche professionelle Hilfe, nehmen an Schulungen und Lehrgängen teil und können sich im Kooperationsnetzwerk austauschen. Wir freuen uns sehr, dass Outlaw in Dresden als eine von sechs bundesweit ausgewählten Einrichtungen am Modellprojekt teilnehmen kann und so wertvolle Erfahrungen im Umgang mit suchtbezogenen Verhalten sammeln und weitergeben wird."

Am WG-Besuch nahmen Ulrike Drabeck vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) sowie Gerd Rakete und Sabine Schweinsberg von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAG Wohlfahrt) teil. Gemeinsam informierten sich alle über den aktuellen Stand des Projekts, geplante Angebote sowie erste Ergebnisse für den Handlungsleitfaden. Alle Teilnehmer*innen betonten, wie wichtig es ist, konsumbezogene Auffälligkeiten in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe früh zu erkennen und mit professionellen Maßnahmen zu begegnen.

QuaSiE - Qualifizierte Suchtprävention in Einrichtungen der stationären Jugendhilfe
Seit April 2016 nimmt Outlaw in Sachsen mit fünf stationären Einrichtungen der Hilfen zur Erziehung in Dresden teil am Bundesprogramm „QuaSiE". Im Mittelpunkt steht der Umgang der Fachkräfte mit suchtbezogenem auffälligen Verhalten von Kindern und Jugendlichen. Das Ziel ist, den Pädagog*innen einen professionellen Umgang mit konsumbezogenen Auffälligkeiten nahezubringen und einen praxisnahen Handlungsleitfaden zu erarbeiten, um mehr Handlungssicherheit zu schaffen. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert das zweijährige Modellprojekt, das wissenschaftlich von der Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich (FOGS) begleitet wird.

Weitere Informationen unter: www.lwl.org/LWL/

*Vgl. LWL-Koordinierungsstelle Sucht. "Suchtmittelkonsum und suchtbezogene Problemlage von Kindern und Jugendlichen in stationärer Jugendhilfe." Münster. 2014. Download unter: www.lwl.org/ks-download/downloads/publikationen/FS_Sonderband8-FOGS-Studie.pdf