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Mobbing an der Schule: Outlaw-Schulprojekt Sachsenhausen besucht das GRIPS Theater


Mobbing an der Schule: Outlaw-Schulprojekt Sachsenhausen besucht das GRIPS Theater Da Mobbing an Schulen ein weit verbreitetes Phänomen und in vielfältigen Formen anzutreffen ist, setzten sich die Schüler*innen des Outlaw-Schulprojektes KOMPASS Sachsenhausen vor Kurzen damit stärker auseinander. Um sich dem Thema erst einmal aus der Distanz und trotzdem auf emotionale Weise zu nähern, besuchten sie am 28. Februar das bekannte Berliner GRIPS Theater am Hansaplatz.

In Begleitung der Outlaw-Sozialarbeiter*innen Astrid Naefe und Anna Lehmann sahen die 13- bis 14-Jährigen die Vormittagsvorstellung von "Eins auf die Fresse" – einem Stück über Gewalt, Liebe und Mobbing. Die Uraufführung des Stückes von Rainer Hachfeld war bereits 1996 am GRIPS und die Inszenierung wurde damals als beste Aufführung mit dem Friedrich-Luft-Preis ausgezeichnet. 22 Jahre später ist das Stück nach wie vor hochaktuell: Ein Schüler bringt sich um und während die Ermittlungen einsetzen, sieht sich jede*r Mitschüler*in mit dem eigenen schlechten Gewissen konfrontiert. Als ein neuer Schüler in die Klasse kommt, scheinen sich die Konflikte untereinander zu wiederholen.

"Wir bearbeiten das Thema in unterschiedlichen Formaten, da war es mir wichtig den Schüler*innen diese Inszenierung zu zeigen", erzählt Anna Lehmann und führt weiter aus: "Wir betrachten alle Facetten – nicht nur das Mobbing unter den Schüler*innen, sondern auch solches von Lehrer*innen gegen Schüler*innen und von Schüler*innen gegen Lehrer*innen. Dabei sind alle einbezogen und betroffen: als Täter, als Opfer oder Zuschauer." Sie und ihre Kollegin Astrid Naefe sehen ihre große Aufgabe darin, auf der schulischen Ebene Verantwortung für verschiedene Bereiche zu übernehmen – Verantwortung für die physische und psychische Gesundheit der Schüler*innen und für eine Auseinandersetzung mit Fragen der Qualitäts- und Effizienzsicherung. "Um dies zu erreichen sind ein gemeinsames Handeln und die Etablierung eines Konfliktmanagementsystems sowie eine Weiterentwicklung der Schulkultur wichtige Elemente in diesem Prozess", sagt Anna Lehmann weiter.

Der Theaterbesuch zeigte seine Wirkung. Gegenüber einem ihrer pädagogischen Kollegen äußerten sich die Schüler*innen auch die darauffolgenden Tage im Lernbüro durchweg positiv über das Stück und den Ausflug. Der 14-jährige Ben schrieb sogar eine kleine Rezension: "Ich fand das Stück gut, das ganze Theater war gut. Besonders die Bühnenkulisse und die Musik fand ich toll, die Musik hat sich gut angehört", lobt Ben und erzählt von seinen eigenen Erfahrungen: "Meine alte Klasse war perfekt, wir haben zwar Scheiße gebaut, aber nie hat jemand gepetzt, wir haben alle zusammen gehalten. Von Mobbing halte ich nicht viel, es ist nicht gut. Ich würde das Stück weiter empfehlen, es lohnt sich hinzugehen."

Die Schulprojekte "Kompass" werden gefördert durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.