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Kinderrechte, Inklusion, Fachkräftemangel: Bündnis 90/Die Grünen zu Besuch in der Kita Kleikamp


v.l.:Sandra Dömer, Elke Schuchtmann-Fehmer und Josefine Paul

Information und Austausch: Zu einem gemeinsamen Treffen kamen Josefine Paul, Mitglied des Landtags NRW für Bündnis 90/Die Grünen und Elke Schuchtmann-Fehmer, Fraktionssprecherin der Grünen im Kreis Steinfurt, am 8. September in die Kita Kleikamp in Nordwalde.

In einem intensiven Gespräch tauschten sich die Gäste mit Kitaleiterin Sandra Dömer, der stellvertretenden Leitung und Gruppenleitung Janika Büchter sowie der Integrationsfachkraft Lisa Niesing-Ott über die Arbeitsbedingungen im Bereich Kindertagesbetreuung und Verbesserungspotential aus.  

„Die Politikerinnen waren sehr interessiert an unserer Arbeit, zeigten sich begeistert davon, wie wir durch Paul und Paula die Kinderrechte in unsere Kinderkonferenzen und in den Kitaalltag einbringen oder wie wir in Kooperation mit dem SC Nordwalde verschiedene Bewegungsangebote in den Alltag integrieren“, berichtet Sandra Dömer.  

Aber auch kritische Themen kamen zur Sprache: „Die finanzielle Unterversorgung der Kitas durch die viel zu geringen Kindpauschalen stellt eine erhebliche Herausforderung für uns dar“, so die Kitaleiterin. „Bei aller politischen Diskussion um die Qualitätsverbesserung in den Kindertagesstätten darf unserer Meinung nach nicht vergessen werden, dass Qualität zu einem großen Teil von der Fachkraft-Kind-Relation und damit von den finanziellen Mitteln, die für diesen Personaleinsatz zur Verfügung gestellt werden, abhängt. Für eine qualitativ hochwertige Arbeit in den Kitas als Bildungseinrichtungen muss es möglich sein, mehr Personal einzusetzen.“  

Auch der Fachkräftemangel war Thema. Es werde immer schwieriger, gutes, qualifiziertes Personal zu finden. Eine Anregung wäre, die Ausbildung der Erzieher*innen attraktiver zu gestalten, beispielsweise mit einer durchgehenden Vergütung über den gesamten Ausbildungszeitraum.  

Ein weiteres wichtiges Thema war die Inklusion: Individuelle Integrationsanträge mit einem begründeten Förderbedarf für die betroffenen Kinder entsprächen nicht dem inklusiven Gedanken. Ziel der Kita sei es, Rahmenbedingungen zu schaffen, die allen Kindern die Unterstützung bietet, die sie benötigen. Das bedeute, dass zusätzliche Stunden für die Inklusionsfachkräfte in den Kitas vorhanden sein müssten, ohne die Hilfe an einem bestimmten Kind festzumachen, denn dies berge immer die Gefahr der Stigmatisierung, sind sich die Pädagoginnen einig.  

Schließlich sprach das Team der Kita mit den Politikerinnen über die aktuellen Verhandlungen, welche Vorgaben zur Sprachstandserhebung im neuen KiBiz verankert werden sollen. „Die alltagsintegrierte Sprachförderung und die regelmäßige Bildungsdokumentation sind wichtig und in unserer Kita selbstverständlich. Allerdings halten wir es für wenig sinnvoll, die Entwicklung eines Kindes ausschließlich an der Sprache festzumachen“, so Sandra Dömer. „Um ein Kind angemessen in seiner Entwicklung begleiten und fördern zu können, bedarf es immer eines ganzheitlichen Blickes, der neben Sprache ebenso die anderen Entwicklungsbereiche berücksichtigt.“  

Die Gäste zeigten sich sehr interessiert und beeindruckt von der Arbeit, die die pädagogischen Fachkräfte jeden Tag in der Kita leisten. Das Pädagoginnen freuten sich sehr über den Besuch und die vielen interessierten Fragen.  

Auch wenn deutlich wurde, dass das Team der Kita die tägliche Arbeit gerne und mit viel Herz angeht - dass sich, bei all dem Druck, der auf dem System der Kindertagesbetreuung bereits lastet, etwas ändern muss, darüber waren sich alle Beteiligten einig.