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Dresden sucht Haltung


Der Festsaal im Dresdner Rathaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Frau Dr. Ferse, Suchtbeauftragte der Landeshauptstadt Dresden, führte in ihrem Grußwort in die Geschichte der Arbeit mit suchtbelasteten Familien am Standort ein. In den vergangenen Jahren sind neben einer Kooperationsvereinbarung auch drei Handlungsempfehlungen entstanden. Ziel des Fachtages war, diese bekannt zu machen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu diskutieren und sich über die zukünftigen Herausforderungen und Aufgaben auszutauschen. In einer fast zweistündigen angeregten und fachlich durchaus kontroversen Debatte besprachen sich Fachkräfte und Vertreter*innen der unterschiedlichen Institutionen auf dem „roten Sofa“. Fragen aus dem Publikum und aus einem extra geschalteten Online-Forum wurden vertiefend diskutiert. Den wissenschaftlichen Seitenblick lieferte Professorin Dr. Bock von der TU Dresden. Sie attestierte den aktuellen Papieren eine hohe Fachlichkeit, empfahl dieselben als Zeitdokumente zu bewahren und in der Zukunft den breiten Diskurs durch weitere Fachtexte zu ergänzen. Am Nachmittag brachte Prof. Dr. Nüssken aus Bochum eine neue Methode zur Anwendung. In einer fast dreistündigen Fallwerkstatt wurde ein bereits abgeschlossener Jugendhilfefall eines stark belasteten Familiensystems gemeinsam rekonstruiert. Die Fachkräfte waren bis zur letzten Minute gespannt bei der Sache – der Erkenntnisgewinn wurde von allen Seiten als außerordentlich hoch eingeschätzt.

Der Moderator Tobias Heinemann fasste den Tag in folgendem Fazit zusammen: „Haltung kann man nicht finden – sie muss hart erarbeitet werden. Dies gelingt im gemeinsamen Diskurs besonders gut.“   Zum Fachtag unter der inhaltlichen Überschrift „Elternschaft und Sucht“ hatte die Arbeitsgemeinschaft Hilfen zur Erziehung eingeladen. Über 160 Fachkräfte aus Dresden und Umgebung folgten der Einladung und trafen sich am vergangenen Freitag zum Fachtag. Veranstalter war ein Kooperationsbündnis bestehend aus RASOP gGmbH, der Suchtberatungs- und Behandlungsstelle HORIZONT des SZL Suchtzentrum gGmbH sowie der Outlaw gGmbH.