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Traumberuf Erzieher


Auch wenn bereits seit einigen Jahren in Deutschland der Anteil von Frauen in sogenannten „MINT–Berufen“ steigt, gibt es immer noch Berufsfelder, die mehrheitlich von weiblichem Personal besetzt sind, wie beispielsweise der Bereich der Kindertagesbetreuung.  

Die Münsteraner Outlaw-Kitas wollen das ändern und werben für mehr männliche Erzieher. In der Kita Uppenberg arbeiten mit sechs männlichen Kräften schon verhältnismäßig viele Erzieher.  

Einer von ihnen ist Dimitrij Springer, der eigentlich KFZ-Mechaniker werden wollte, doch schnell gemerkt hat, dass ein handwerklicher Beruf nicht das Richtige für ihn ist. „Meine Stärken liegen aufgrund meiner großen Familie eher im Umgang mit Kindern, deshalb habe ich bei einem Praktikum die Arbeit in einer Kita kennengelernt – und wusste danach, dass ich meinen Traumjob gefunden habe!“, berichtet er.  

Also absolvierte Dimitrij erst eine Ausbildung zum Kinderpfleger und danach zum Erzieher. „Die Arbeit mit den Kindern ist sehr abwechslungsreich, sie haben immer wieder neue Ideen und es macht Spaß, sie in ihrer Entwicklung zu begleiten. Zu Outlaw bin ich durch eine Kollegin gekommen, die in die Kita Uppenberg gewechselt ist. Ich habe mich über den Träger informiert und fand das pädagogische Konzept, vor allem das „spielende Lernen“ und die Partizipation gut. Es gibt klare Strukturen und die Kinder dürfen viel mitbestimmen, damit kann ich mich gut identifizieren.“  

Seit über drei Jahren arbeitet Dimitrij Springer in der Kita Uppenberg, mittlerweile als stellvertretende Leitung, und findet es gut, dass er auch einige männliche Kollegen hat. „Wir haben schon manchmal andere Themen als die Frauen, da ist es gut, wenn man sich in der Pause auch mal mit anderen Männern austauschen kann.“

Bei der Arbeit gibt es keine stereotype Rollenverteilung: Männer wie auch Frauen kümmern sich zu gleichen Teilen um alle anfallenden Aufgaben und jede*r Mitarbeiter*in kann eigene Interessen in die Arbeit einbringen und den Alltag mitgestalten.  

Mit seinem Kollegen Sven Baans hat Dimitrij Springer, der gern Gitarre spielt, schon einiges auf die Beine gestellt: „Wir haben schon mehrere Lieder komponiert, auch mit den Kindern zusammen. Eines davon haben wir in einem improvisierten Tonstudio aus Weichbodenmatten im Turnraum und mit echtem Mikrofon mit den Kindern aufgenommen. Da hatten sie viel Spaß! Wir haben bei unserer Arbeit einen großen Gestaltungsspielraum – und die Kinder auch. Daraus ergeben sich oft tolle Ideen und Aktionen.“  

Auf die Frage, ob man sich als männlicher Erzieher in der Kita mit Vorurteilen konfrontiert sieht, antwortet Dimitrij: „Einmal wurde ich angesprochen, warum ich die Spülmaschine ausräume, denn das wäre ja Frauenarbeit, aber solche Bemerkungen sind eher die Ausnahme. Auch beim Thema Wickeln sind manche Eltern skeptisch. Wir gehen dann auf sie ein und bauen Vertrauen auf.“  

Viele positive Rückmeldungen kommen von alleinerziehenden Elternteilen. Sie finden gut, dass ihre Kinder in der Kita sowohl männliche als auch weibliche Ansprechpartner haben.  

„Wir leben den Kindern keine Rollenverteilung vor, doch es ist schon so, dass die Kinder eher zu uns Männern kommen, wenn sie mal so richtig toben wollen. Daneben gestalten wir mit ihnen den normalen Alltag: Spielen, Basteln, Malen, Turnen, Singen, Vorbereitung auf die Schule und das Leben. Wichtig ist uns, dass aus ihnen selbstbewusste Menschen werden, die ihre Interessen vertreten und sich einbringen. Das ist es, was meine Arbeit ausmacht und ich könnte mir keinen besseren Beruf vorstellen!“