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Erfolgreicher 2. Outlaw Fachtag „Kita-Sozialarbeit konkret“:

Herausforderungen und Gelingensfaktoren


Insgesamt 146 Einrichtungen in Sachsen nehmen an dem Förderprogramm „Kinder stärken“ des Europäischen Sozialfonds (ESF) teil. Unter ihnen auch Outlaw-Kitas, die nun zum zweiten Outlaw-Fachtag zum Thema „Kita-Sozialarbeit“ in Leipzig einluden. Ziel des Programmes ist es mehr Unterstützung in Kitas und dadurch gleiche Bildungschancen für alle Kinder zu schaffen.  

Wie das in den Outlaw-Kitas umgesetzt wird, erläutert Steffen Kröner, Regionaler Geschäftsführer von Outlaw, in seiner Ansprache: „Die soziale Welt hat sich verändert – das Umfeld, die Anforderungen der Gesellschaft an die Kitas und die Erwartungen an die Fachkräfte haben sich verschoben. Ebenso haben sich die allgemeinen und die Erziehungsprobleme in den Familien verstärkt und es besteht ein wachsender Bedarf an Informations- und Beratungsangeboten. Seit 2015 begleiten wir zum Beispiel eine wachsende Zahl von Familien mit Migrationshintergrund, deren Kinder unsere Einrichtungen besuchen.“  

Outlaw hat sich auf den Weg gemacht und das Projekt „Kita-Sozialarbeit“ im letzten Jahr anhand von drei Modell-Kitas aus verschiedenen Regionen entwickelt. Ziel des Projektes war die Entwicklung eines übergreifenden Konzepts zur Sicherung eines einheitlichen Qualitätsstandards und die Umsetzung in weiteren Kitas.  

Kita-Sozialarbeiter*innen unterstützen die pädagogischen Fachkräfte und haben für die Eltern jederzeit ein offenes Ohr. Laut einer Statistik von Outlaw ist die Elternarbeit mit 65 Prozent der Gesamtarbeitszeit eines der wichtigsten Faktoren ihrer Arbeit. Konkret befassen sich Kita-Sozialarbeiter*innen mit den Handlungsfeldern „Kind und Familie“, „Team und Kita-Leitung“, „Netzwerkarbeit“ und „Berichtswesen und Dokumentation“. Jede Kita muss für sich im Einrichtungskonzept festlegen, welches Handlungsfeld einen Schwerpunkt erhält. „Das hängt von den jeweiligen Ressourcen und Rahmenbedingungen ab“, so Steffen Kröner. Zum Ausblick nennt er folgendes: „Sozialarbeit in Kitas ist niedrigschwellig und präventiv. Darüber hinaus kann Kita-Sozialarbeit die Planung und Umsetzung integrierter Hilfekonzepte (Kita-HzE) fördern. Die Konkurrenz unterschiedlicher Programmansätze des Bundes, Landes und der Kommunen ist nicht zielführend und schafft immer nur zeitlich begrenzte Lösungen. Stattdessen ist die Verankerung von Kita-Sozialarbeit in regulären Aufgaben-Profilen und Stellenplänen von Kitas zu verankern wünschenswert.“  

Einen weiteren Impuls gab Steffen Lenz, Geschäftsführender Vorsitzender Postillion e. V. – Kinder und Jugendhilfe am Rhein-Neckar-Kreis und Sprecher des Arbeitskreises Kita-HzE der Internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGFH). Er fordert den Perspektivwechsel in der Jugendhilfe und gibt an, dass es kaum gemeinsame Arbeitsformen zwischen Hilfen zur Erziehung (HzE) und Kita gibt. Für ihn sind folgende Punkte für die Zusammenarbeit wichtig: „Der Sozialraum soll als gemeinsamer Bezugspunkt gesehen werden, zudem bedarf es der Schaffung einer gemeinsamen Sprache und Haltung. Empfohlen werden hierzu gemeinsame Fallbesprechungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Entwicklung eines langfristig tragfähigen Finanzierungsmodells.“  

Im Anschluss an die Fachvorträge ging es in die einzelnen Workshops, welche zu den Themen „Betrachtung der Rollen von Leitung, Kita-Sozialarbeiter*innen und pädagogischer Fachkräfte in Hinblick auf Zuständigkeiten, Abgrenzungen und Zusammenarbeit“, „Zusammenarbeit von ASD und Kita-Sozialarbeit – Anforderungen, Möglichkeiten und Effekte“, „der Flensburger Weg von der Idee zur Finanzierung sowie „Kita der Zukunft als arbeitsteiliges, multiprofessionelles Unterstützungsangebot für Kinder und Eltern“ diskutierten.  

Ein rundum gelungener Fachtag, welcher Hoffnung auf die weitere Finanzierung für die Zeit nach dem Förderprogramm wirft.