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Outlaw-Werkstatt zum Thema "Systemherausfordernde Jugendliche"


A., 14 Jahre alt, A. wurde in ihrer Kindheit von ihrem Onkel schwer missbraucht. Sie war bereits seit dem Grundschulalter in mehreren Jugendhilfeeinrichtungen untergebracht, dort aber nicht haltbar. Sie ist u .a. wegen ihrer „Abgängigkeit“ immer wieder rausgeflogen. Eine Rückführung zur Mutter im letzten Jahr ist ebenfalls gescheitert. A.´s Mutter leidet an einer psychischen Krankheit und ist alkoholabhängig. A. sorgt sich sehr um ihre Mutter, möchte sich immer wieder um sie kümmern und für sie die Verantwortung übernehmen. A. wird als nicht therapiebereit beschrieben. Sie habe Probleme sich an Regeln zu halten und lebt seit einem Jahr in einer geschlossenen Einrichtung.

Immer wieder erreichen Outlaw solche oder ähnliche Anfragen. „Outlaw der Problemlöser für die „schwierigen“ Kinder und Jugendliche – so werden wir oftmals von den Jugendämtern wahrgenommen. Wir haben den Ruf Lösungen zu finden“, erläutert Monika Romer, Mitarbeiterin im Bereich Unternehmensentwicklung von Outlaw und ergänzt: „Zurzeit werden wir bestimmten Anfragen nicht immer so gerecht, wie wir es uns wünschen.“ Mit Kolleg*innen und Kooperationspartner*innen aus der Praxis wurde deshalb im Rahmen eines Workshops analysiert, warum es immer seltener gelingt, diese Anfragen zu realisieren. Zentrale Fragen hierbei waren: Wie sind unsere Angebote im Bereich der Hilfen zur Erziehung (HzE) heute aufgestellt? Wohin sollen sie sich entwickeln? Und was braucht es hierfür? „Denn wir sind eigentlich Expert*innen auf dem Gebiet – mit Angeboten für diese Jugendlichen gelang Outlaw der Einstieg in die Jugendarbeit und zugleich die Unternehmensgründung“, so Monika Romer.

Das Engagement der Teilnehmer*innen an dem Workshop war spürbar hoch und so konnten auch kreative Methoden eingesetzt werden. Die Frage „Wie sieht die idealtypische Einrichtung für systemherausfordernde Kinder und Jugendliche aus?“ beantworteten sie mit Lego und Pappe – und bauten kurzerhand ebendiese. Dabei und während des gesamten Workshops wurden folgende Erkenntnisse deutlich:

Flexibilität und Kreativität bei den Betreuungssettings: So wie es nicht den*die eine*n systemherausfordernde*n Jugendliche*n gibt, so gibt es auch nicht die idealtypische Einrichtung. Vielmehr zeichnet sich diese dadurch aus, dass sie sehr individuell auf die Bedarfe und Hintergründe der Kinder und Jugendlichen abgestimmt wird. Dabei kann selten das passende und fertige Angebot aus der Schublade gezogen werden, sondern muss kreativ und immer wieder neu für den Einzelfall entwickelt werden. Dies setzt eine hohe Flexibilität des gesamten Systems voraus, denn schließlich gilt für Outlaw ganz klar der Ansatz, dass sich das System an den Jugendlichen anpassen muss – nicht umgekehrt!

Unterstützung für pädagogische Fachkräfte: Die Arbeit mit systemherausfordernden Kindern und Jugendlichen ist anspruchsvoll und oft genug sehr anstrengend. Outlaw wird hier Qualifizierungsangebote auf den Weg bringen, um Mitarbeiter*innen und Kooperationspartner*innen auf die Herausforderungen in der Arbeit mit dieser Zielgruppe vorzubereiten. Diese Angebote werden als „Inhouse-Schulungen“ entwickelt und so auf die Bedarfe der pädagogischen Fachkräfte angepasst und können Themen umfassen wie Haltefähigkeit, Traumapädagogik und systemische Grundlagen. „Diese Qualifizierungsangebote sollen sowohl für Berufseinsteiger*innen als auch erfahrene Mitarbeiter*innen implementiert werden und setzen auch bei Haltungsfragen an“, so Markus Wietkamp, der im Bereich Unternehmensentwicklung für die Weiterentwicklung der HzE-Angebote bei Outlaw verantwortlich ist.