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Wahrnehmen & Wertschätzen: Achtsamkeit beim Outlaw-Schulprojekt Kompass Sachsenhausen


Voller Stundenplan! Da bleibt die Konzentration oft auf der Strecke. Diese Erfahrung machte auch das Team des Outlaw-Schulprojektes Kompass Sachsenhausen an der Jean-Clermont-Oberschule. Da die Gruppenangebote für die Jugendlichen des Projektes erst in den Nachmittagsstunden stattfinden, sind viele oft zu unruhig und kaum aufnahmefähig. So entstand die Idee bei den Outlaw-Sozialarbeiter*innen Astrid Naefe und Dirk Berdychowski mit den Schüler*innen Achtsamkeitsübungen durchzuführen. "Wir begannen mit Meditationsübungen: bewusstes Atmen, den Körper wahrnehmen, Traumreisen. Hierbei nahmen die Jugendlichen sich selbst, ihren Körper und ihre Gefühle wahr, ohne diese zu bewerten. Somit gelang es den meisten zu entspannen und wieder konzentrationsfähig zu sein", berichtet Astrid Naefe. Zum Abschluss der Phantasiereise-Übung sagte zum Bespiel Jerry, er sei jetzt wieder so erfrischt, dass er sich auf den Nachmittag freue und sich viel vornähme. Die Übungen kamen allgemein sehr gut bei den Projektschüler*innen der 7. und 8. Klasse an, so dass sie zu einer Fortsetzung mit einem ganzen Projekt zum Thema Achtsamkeit führten.

So übten sie als nächsten Schritt, sich gegenseitig zu beobachten. Auch hierbei sollte möglichst wertfrei vorgegangen werden bzw. der Fokus auf das Besondere und Einzigartige am Einzelnen positiv gelenkt werden. In einer Übung schrieben die Schüler*innen auf Zettel, die an ihren Rücken befestigt waren, die beobachteten positiven Eigenschaften auf und leiteten diese mit den Worten "Ich mag an dir …" ein. Jedes Mädchen und jeder Junge war in der Lage, wertschätzende Rückmeldungen zu geben und alle freuten sich über ihre 'Rückenbriefe'. "Zunächst gelang es der Gruppe nur schwer, sich auf differenzierte Beobachtungen einzulassen. Je mehr die Gruppe sich kannte und zusammenwuchs, desto besser gelang es allen, sich selbst und das Innere wahrzunehmen und darzustellen und auch die anderen zu erkennen und zu akzeptieren", sagt Astrid Naefe. Die meisten der Jugendlichen haben die wertschätzenden Rückenbriefe schließlich auch in ihren Planerheften verwahrt.

Vor den großen Sommerferien fuhr das Team in einer abschließenden Übung mit der Gruppe in die Natur raus an einen See. Die Schüler*innen teilten sich in Zweiergruppen auf und führten Aufgaben durch, die nur mit sehr genauer Beobachtung möglich waren. "Finde geometrische Formen", "Finde blühende Pflanzen", "Entdecke typische Merkmale an Bäumen" waren unter anderem die zu lösenden Übungen. Mit ihren Handys fotografierten sie das Entdeckte und zeigten sich gegenseitig die Fotos. Die Ergebnisse waren trotz der Hitze vielfältig und kreativ. "Die Schüler*innen hatten viel Spaß und Freude dabei", erzählt Astrid Naefe und führt weiter aus: "Während der Beobachtungsübung waren wir erstaunt, was sie alles entdeckten und benennen konnten: so fotografierte eine Gruppe kanadische Wildgänse und konnte benennen, woran man die weiblichen und die männlichen Enten erkennt. Die Gruppe entdeckte sogar einen Flusskrebs." Am Ende des Tages gab es Erfrischungen mit in Form von Eis und Wasserplanschen am See.

Die Schulprojekte "Kompass" werden gefördert durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Landes Brandenburg.