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„Europeans for Peace” fördert internationales Austauschprojekt “Boats Building Bridges“ in Emden


Bildung, persönliche Entwicklung und Interkulturalität verbindet ein Projekt, an dem Jugendliche aus den Hilfen zur Erziehung in Emden derzeit teilnehmen.

Unter dem Motto „Boats Building Bridges“ waren eigentlich drei Austausche geplant, in denen deutsche und kroatische Jugendliche sich auf Spurensuche zu den Themen Flucht, Vertreibung und Krieg begeben. Im August dieses Jahres wollte die Gruppe nach Kroatien fahren um dort mit Jugendlichen aus Kroatien auf einer Insel zelten und mit selbst gebauten Booten auf einem Fluss erste Erfahrungen im Bootsbau, in der Gemeinschaft und in der Navigation sammeln.

Danach sollten dann die Jugendlichen aus Kroatien nach Deutschland kommen. Geplant war der Besuch eines ehemaligen Konzentrationslagers und die Erkundung alter Fluchtwege über die Ems, die während des zweiten Weltkrieges genutzt wurden. Das dritte Treffen sollte wieder in Kroatien stattfinden – ein Segeltörn mit der ganzen Gruppe. Initiiert hat dieses die gebürtige Emderin und Bootsbauerin Inka Petersen, die schon mehrere Projekte dieser Art begleitet hat.  

Doch dann kam Corona. Leider war eine Fahrt nach Kroatien deshalb in diesem Jahr nicht möglich und auch die kroatischen Jugendlichen können nicht nach Deutschland kommen. Also hieß es, wie bei vielen anderen Projekten auch: Improvisieren!  

„Nachdem wir den Austausch vorerst absagen mussten, haben wir dann gemeinsam andere Ideen entwickelt“, berichtet Pädagogin Gunda Grahl, die das Projekt von Outlaw-Seite begleitet. „Statt der Fahrt treffen wir uns nun einmal in der Woche – meist auf der Teufelsinsel in Emden – mit Inka Petersen und bieten verschiedene Aktionen für die Jugendlichen an. Die Treffen haben einen Bezug zu den Themen Krieg, Flucht und Vertreibung, greifen aber auch moderne Phänomene auf wie beispielsweise Hatespeech in den sozialen Medien.“

Bei den Treffen auf der Teufelsinsel konnten die Jugendlichen außerdem erste handwerkliche Fähigkeiten erwerben und sie haben bereits eine kleine Bootstour unternommen.  

„Ab Weihnachten planen wir, gemeinsam mit Inka ein richtiges Boot zu bauen, das wir dann auch mit nach Kroatien nehmen wollen.“, so Gunda Grahl. „Wir hoffen, dass die Lage im kommenden Jahr es zulässt zwei Wochen dorthin zu fahren und den Jugendlichen so wenigstens einen Austausch zu ermöglichen.“