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10 Jahre Outlaw – 20 Jahre Jugendhilfe: Mobile Arbeit Friedrichstadt feiert Jubiläen


"Weißt du noch…", so begannen viele Sätze zur Jubiläumsfeier in der Dresdner Adlergasse auf dem Gelände der Mobilen Arbeit Friedrichstadt (MAF) Mitte September. Gemeinsam feierten die MitarbeiterInnen mit dem Team Azwo und vielen Outlaw-KollegInnen, den BewohnerInnen aus der Adlergasse und ehemaligen MitarbeiterInnen der Katholischen Offenen Arbeit (KOJA) 20 Jahre Kinder- und Jugendhilfe im Haus Azwo und davon 10 Jahre unter Trägerschaft der Outlaw gGmbH.

Dabei tauschten sich die SozialpädagogInnen über aktuelle Ereignisse aus und blickten auch zurück auf die Anfänge in der Adlergasse: "Die Kinder- und Jugendhilfe in der Friedrichstadt wird in diesem Haus schon seit 1995 angeboten, zuerst von der Katholischen Offenen Arbeit und seit 2005 dann weitergeführt von der gemeinnützigen Kinder- und Jugendhilfe Outlaw", erzählt Katrin Hentschel, Teamleiterin der MAF, in einer kleinen Zeitreise durch die Geschichte der Adlergasse. "Und damals wie heute gilt: Unsere tägliche Arbeit lebt von vielen einzelnen, engagierten Persönlichkeiten, ihrer fachlicher Kompetenz und dem offenen Herz, mit dem sie auf die Kinder und Jugendlichen zugehen."

Auch Teamgeist und die Vertrautheit unter den PädogogInnen ist ein wichtiger Baustein der erfolgreichen Arbeit in den vergangenen 10 bzw. 20 Jahren: "Denn so, wie wir uns untereinander begegnen, respektieren und unterstützen, so gehen wir auch raus auf die Straße und auf die Kinder und Jugendlichen zu", betont die Teamleiterin. Daraus entstehen wiederum neue Vertrauensverhältnisse, so wie bei der 24-jährigen Tina, die in der Küche mit einer Sozialpädagogin plaudert. Tina* wurde in der Adlergasse als Jugendliche in einer Wohngruppe betreut. Inzwischen lebt die junge Frau in ihrer eigenen Wohnung, ist stolz auf ihr abgeschlossenes Abitur und ihre begonnene Ausbildung. "Ich komm gern hier vorbei, denn irgendwie werde ich hier so angenommen, wie ich bin", erzählt sie ein wenig schüchtern. Dem MAF-Team vertraut sie und so bringt sie sich wiederum ein, indem sie ehrenamtlich bei Projekten und Stadtfesten mithilft.

Draußen vor dem Bratwurst-Grill stand Jens Daniel Schubert, der ehemalige Geschäftsführer der Katholischen Offenen Arbeit. Er hatte einen prallen Ordner mit alten Fotos dabei. Zu sehen sind das völlig entkernte Haus der Adlergasse, ein offener Dachstuhl und Eimer voller Schutt. Ein Zeitungsartikel von 1994 taucht auf, auf dem Foto ist Frank Richter, der heutige Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, beim späteren Richtfest zu sehen. Im Chillraum des Hauses flimmern schwarz/weiß Filme aus der Vergangenheit über die Leinwand. Kinder bei einem Angel- und Paddelausflug und Jugendliche, die auf einer Fahrt im Kleinbus zusammen einen Hit von Queen schmettern: "Bohemian Rhapsody". Zeitzeugen einer bewegten Geschichte für Alle.

Inzwischen lodert das Lagerfeuer. Der WG Azwo-Teamleiter Stefan Dannemann ist seit 15 Jahren mit dem Haus verbunden. Auf die Frage, wie er für sich diese Zeit zusammenfasst, sagt er: "Beständig ist die Veränderung und das ist genau das, was den Job immer wieder interessant macht." Am Feuer saß auch Thomas Geyer, Mitarbeiter der Mobilen Arbeit Friedrichstadt, er wird als "Urgestein" unter den KollegInnen betitelt. Begeistert erzählt er: "Ein bisschen Verrücktheit und ganz viel Lust auf die unterschiedlichen Kids und die tägliche Arbeit gehören bei dem Job dazu. Aber so lange uns die Ideen noch nicht ausgehen, macht auch die Arbeit Spaß. Wir müssen viel aushalten, sind aber auch ein Super-Team hier in der Adlergasse. Ich sage sogar, wir verstehen uns blind."

Im Erdgeschoß der Adlergasse 2 befinden sich heute ein Kinder- und Jugendtreff, die Räumlichkeiten der Mobilen Arbeit und in den oberen Etagen eine Mutter-Kind- und eine Geschwister-Wohngruppe der gemeinnützigen Outlaw Kinder- und Jugendhilfe GmbH. Das Haus umgibt ein großer Außenbereich mit Volleyballplatz, einen umgebauten Bauwagen mit Chill-Ecke und zahlreichen Spielmöglichkeiten – darum wird das Gelände von den Friedrichstädtern auch liebevoll "die grüne Ruheoase" genannt.