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100 Prozent pro Fans: Fanprojekt Leipzig und Rasenballsport Leipzig besiegeln Kooperation


Mit einem Kooperationsvertrag besiegelten jetzt das Leipziger Fanprojekt der gemeinnützigen Outlaw Kinder- und Jugendhilfe GmbH und der Zweitligist Rasenballsport Leipzig (RBL) ihre seit 3 Jahren erfolgreiche Zusammenarbeit. Ziel des Kontraktes ist, die Interessen der Fans von RB Leipzig gegenüber dem Verein zu vertreten und vor allem, die Kommunikation zwischen dem Verein und seinen Fans sowie Ultras auf Augenhöhe zu gestalten.

Beim Leipziger Fanprojekt trägt Jakob Grudzinski dafür die Verantwortung. Der 28-Jährige ist schon seit 2012 die Kontakt- und Vertrauensperson der zumeist jugendlichen RBL-Anhänger und unterstreicht: "Wir sind dabei 100 Prozent pro Fans eingestellt." Denn das Engagement des Fanprojekts geht über Spieltage und Fußballthemen hinaus: "Mit Outlaw als unabhängigen Träger der Sozialhilfe begleiten wir die Jugendlichen zusätzlich mit unterschiedlichen sozialpädagogischen Angeboten", betont der Diplom-Sozialpädagoge. Beispielsweise hilft er bei Sucht- oder Schulproblemen, er berät bei Stadionverboten, ist bei Spielen im Heim- oder Gästeblock präsent und fährt minderjährige Fans zu Auswärtspartien. Jakob Grudzinski sieht sich auch als Übersetzer von fan- und fußballspezifischem Verhalten: "Ich unterstütze die Fans nicht nur beim Vorbereiten von Choreografien und Bannern, ich vertrete ihre Anliegen und Wünsche gegenüber dem Verein und vermittle als unabhängiger Ansprechpartner."

Dafür beschäftigt RB Leipzig zwar auch selbst Fanbeauftragte, doch da der Verein noch relativ jung und die Fankultur dadurch nicht über Jahrzehnte gewachsen ist, sind manche Prozesse, Einstellungen und Aktionen der RB-Anhänger neu und oft schwierig nachzuvollziehen. "Deshalb regelt der neue Kontrakt zwischen RB Leipzig und dem Fanprojekt auch klar die Aufgabenverteilung", erklärt Jakob Grudzinski. "Wir sind der Ansprechpartner für die Ultras, der Fanbeauftragte steht vor allem den offiziellen Vereinsfans als Ansprechpartner zur Verfügung."

Ein Ziel des neuen Kooperationsvertrages ist zudem, dass RB Leipzig eine Stadion-Verbots- bzw. Anhörungskommission einrichtet. "Mit Hilfe dieses Gremiums haben Fans die Chance, ihre Sicht der Dinge auf Geschehnisse darzustellen und sich bei Verstößen gegen die Stadionordnung zu erklären", so Jakob Grudzinski und weiter: "So werden nicht vorschnell unverhältnismäßige Strafen, wie ein bundesweites Stadionverbot, erlassen."

Das erste gemeinsame Projekt zwischen Fanbeauftragten, Fanprojekt Leipzig und Fans ist indes schon im Rahmen von 6 Workshops zum Thema "Entwicklung des Vereins" angelaufen. Gemeinsam werden Wünsche und Verbesserungsvorschläge erörtert, die dann dem Verein vorgestellt werden.

Das Leipziger Fußball-Fanprojekt wird finanziert durch den Deutschen Fußballbund, die Stadt Leipzig und im Rahmen der Förderrichtlinie Fanprojekte durch das Sächsische Staatsministerium des Innern über den Landespräventionsrat im Freistaat Sachsen.