Menü schliessen

Spiel, Spaß & Sprachgewirr: Zwei Kitas öffnen gemeinsam im Leipziger Osten / Übersetzer fehlen


2 Kitas, viele Sprachen und 400 neue Kitaplätze: Gemeinsam öffneten heute feierlich zwei neu Kitas im Leipziger Osten ihrer Türen und stellten den geladenen Gästen die neu gebauten Einrichtungen vor. Träger sind die gemeinnützige Outlaw Kinder- und Jugendhilfe sowie der Fairbund e. V.

Der gemeinnützige Träger Outlaw bietet künftig 60 Krippen- und 120 Kindergartenplätze – davon 8 Integrationsplätze – in der neuen Kita Lutherstraße. "In unserer modernen Einrichtung in der Nähe des Listplatzes finden die Mädchen und Jungen ein anregendes und aufregendes Spiel- und Lernumfeld", beschreibt die künftige Kita-Leiterin Kathrin Gwiasda-Wilke und ergänzt: "Wir wollen die Rechte der Kinder stärken und lassen sie in einem demokratischen Rahmen so viel wie möglich mit- und selbstbestimmen."

Wichtige Bestandteile des pädagogischen Konzepts sind die offene Arbeit, eine intensive Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern, alltagsorientierte Bildung, Vielfalt mit Blick auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder sowie die Integration/Inklusion und Partizipation aller Kinder.

Gerade Letzteres ist jedoch ein besondere Herausforderung, denn in den neuen Kitas herrscht nicht nur das übliche Stimmgewirr, sondern ein wahres "Sprachgewirr": Ob arabisch, persisch, vietnamesisch, russisch, englisch, französisch – die Kinder kommen aus vielen verschiedenen Nationen und verfügen häufig über wenige oder gar keine Deutschkenntnisse: "Wir möchten die Eröffnung nutzen, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir dringend zusätzliche Unterstützung beim Übersetzen brauchen", betont Mandy Kanne, Outlaw-Bereichsleiterin in Leipzig. "Gerade am Anfang ist es sehr wichtig, die Bedürfnisse der Kinder zu verstehen und schnell unterscheiden zu können, ob ein Kind Hunger hat oder auf Toilette muss."

Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Kita ist eine intensive Stadtteilarbeit. In der integrativen Kita stehen den Kindern zum spielenden Lernen viele verschiede Funktionsräume zur Verfügung: unter anderem eine Kinderküche, ein Experimentierraum, ein Atelier-, Musik- und Theaterzimmer, ein Werkraum und eine Bibliothek. Das multiprofessionelle Team umfasst pädagogische Fachkräfte, eine Mediatorin, eine Elternberaterin und eine Kinderschutzfachkraft.

Von der Idee zum Namen: Outlaw gemeinnützige Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe mbH.
 Seit 1987 verhilft Outlaw Kindern, Jugendlichen und deren Familien zu ihrem Recht. Der Name Outlaw entstammt dabei der Idee, auch die jungen Menschen zu unterstützen, die nach vorherrschender gesellschaftlicher Meinung Regeln verletzt oder Grenzen gesprengt haben – also quasi außerhalb des Gesetzes leben, eben out law (engl.). Outlaw hieß auch der Zweimastschoner, mit dem alles begann und der als Namensgeber für unser 1987 gegründetes Unternehmen fungierte. Auf dem Schiff – und in zwei Wohngruppen im Raum Greven – wurden damals als besonders schwierig geltende Jugendliche betreut. Heute engagiert sich Outlaw in zahlreichen weiteren Tätigkeitsfeldern im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe – doch der Name und die Überzeugungen bleiben fest verankert: Denn damals wie heute ist das Ziel von Outlaw, für junge Menschen da zu sein, auch und gerade in besonders schwierigen Situationen.