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KiBiz-Neuaufstellung – Politiker und Praktiker*innen im Gespräch


Volles Haus in der Kita Schützenstraße am 3. September: Landtagsabgeordneter Alexander Brockmeier hatte Vertreter*innen aus der Praxis zum Kita-Gipfel in die Outlaw Kita Schützenstraße eingeladen. Gemeinsam mit Andreas Bothe, Staatssekretär im Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, diskutierte er mit rund 50 Gästen - Trägervertreter*innen, Erzieher*innen und Verwaltungskräften - über die Reform des KiBiz und seine Auswirkungen.

Wichtige Diskussionspunkte waren unter anderem das zweite beitragsfreie Jahr für Familien, die Situation der Übermittagsbetreuung und viele Bereiche, in denen Kosten nicht ausreichend gedeckt oder nur „umgeschichtet“ werden.

Die Träger waren sich einig, dass die angestrebte Reform keineswegs "der große Wurf" sei. Es fließe zwar mehr Geld ins System, doch bei genauerer Betrachtung gebe es neben wenigen guten Ansätzen auch einige Verschlechterungen.

So besteht der Wunsch seitens der Träger, das Geld für die Beitragsfreiheit des zweiten Kitajahres besser in die Qualität der kindlichen Bildung fließen zu lassen. Auch die Situation der Übermittagsbetreuung war Thema. Durch die Beitragsfreiheit seien Eltern eher geneigt, ihre Kinder mit höherer Stundenzahl anzumelden, was wiederum den Fachkräftebedarf erhöhe, der schon jetzt nicht immer zu decken wäre. Besonders mittags gäbe es außerdem einen größeren Personalbedarf, um allen Kindern gerecht zu werden und Ruhepausen auch für die älteren Kinder anbieten zu können. Es fehle dazu außerdem an Räumlichkeiten.

Die Förderung der Praxisintegrierten Ausbildung (PIA), bei dem angehende Erzieher*innen eine Ausbildungsvergütung von Anfang an bekommen, sei ein Schritt in die richtige Richtung, jedoch noch weit entfernt von der geforderten zusätzlichen Finanzierung von Praxisstellen. Außerdem fehlten den Fachkräften hier Stunden für die Praxisanleitung.

Noch viele weitere Themen und Anregungen kamen zur Sprache und es entwickelte sich ein guter Austausch mit wichtigen Hinweisen aus der Praxis. Diese nimmt die Politik nun in die Beratungen zur KiBiz-Novelle mit auf.