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Die Outlaw Kita Wienburgstraße und wir – ein Erfahrungsbericht


Paul ist zwei Jahre alt und geht seit ein paar Wochen in die Kita Wienburgstraße in Münster. Über den tollen Erfahrungsbericht seiner Mama, vom ersten Kontakt bis zur Eingewöhnung, freuen wir uns ganz besonders. Vielen Dank dafür!

Tag der offenen Tür

Alles startete mit dem Tag der offenen Tür. Das Datum erfuhren wir aus dem Kitanavigator, zum Glück bekamen wir keine Sammelmail, somit war die Chance uns in Ruhe umzusehen und auch mit der ein oder anderen Erzieherin reden zu können gegeben!

Zur Sicherheit rufe ich an, um sicher zu gehen, dass es keine Anmeldelisten oder Zeitfenster gibt. Wir können den gesamten Samstag vorbeikommen, sie freuen sich schon auf uns.

Als mein Sohn und ich dann zum ersten Mal die Container an der Wienburgstraße 122 betreten, sind wir erstaunt. Dass es ein Provisorium ist, merkt man innen überhaupt nicht. Nur der Flur könnte etwas größer sein. Wir bekommen Einblick in jeden einzelnen Raum, überall finden wir einen Ansprechpartner, der uns freundlich und zugewandt begrüßt. Kaum sind wir im hinteren Gruppenraum angekommen, ist mein Sohn schon in der Küchenecke verschwunden und ich kann in Ruhe all die Fragen stellen, die mir durch den Kopf schwirren. Keine bleibt unbeantwortet, im Gegenteil die passenden Ergänzungen werden von den Erzieherinnen eigenständig vorgenommen. Mein Sohn darf sich in allen Räumen umsehen und ausprobieren, was ihm in die Finger kommt. Wir verbringen fast zwei Stunden hier.

Mit einem guten Gefühl gehen wir nach Hause und berichten dem Papa. Tolle Kitaräume, freundliche, junge Erzieherinnen, viel Platz zum Toben und das ganze liegt nicht nur mitten im Grünen, sondern auch noch bei uns „um die Ecke“. Für uns steht fest: Das soll Pauls Kita werden.

Nachdem die erste Woche des Vergabeverfahrens vergangen ist, werde ich langsam unruhig, ich möchte unbedingt einen Platz. Ich rufe bei der Kita an und frage nach. Noch sind nicht alle Rückmeldungen zurück. Ich solle ganz zuversichtlich bleiben, wird mir freundlich versichert.

Die Zusage

Endlich eine Mail vom Kitanavigator, die mir sagt, dass im dortigen Postfach eine Nachricht von der Outlaw Kita Wienburgstraße eingegangen ist. Ziemlich aufgeregt lese ich, dass wir einen Platz in Aussicht haben und ich mich in den nächsten Tagen telefonisch melden soll, ob wir den Platz noch benötigen. Völlig gelöst und ein wenig nervös rufe ich am nächsten Morgen an. Wir können in den nächsten Tagen vorbeikommen und die Vertragsunterlagen zur Durchsicht abholen. Gesagt, getan: mein Sohn und ich gehen zur Kita und holen die Papiere ab. Direkt vereinbaren wir ein Termin, um den Vertrag zurückzubringen und weitere Fragen zu klären.

Vertragsunterzeichnung

Diesmal geht die gesamte Familie und auch der Papa kann sich vor Unterzeichnung erstmal ein Bild von den Kitaräumlichkeiten und der Atmosphäre machen. Unser Sohn verschwindet in einer Traube von Kindern und wir führen das Gespräch mit der Kitaleitung auf dem Flur in Sichtweite unseres Sohnes, der uns aber schon gar nicht mehr wahrnimmt. Letzte Fragen und das weitere Prozedere werden erklärt. Wir bekommen eine ganze Sammelmappe mit Informationsmaterialien und Formularen mit nach Haus.

Erstes Treffen der neuen Eltern

Ganz aufgeregt sitze ich mit den anderen neuen Eltern in der „Turnhalle“. Schon bei der Vorstellungsrunde wird klar: alle sind ähnlich gespannt, neugierig und auch ein wenig wehmütig jetzt, wo der Kitastart immer näher rückt.

Neben dem Personal stellt sich auch gleich ein Elternvertreter vor, der die aufkommenden Zweifel im Keim ersticken kann. Meine Gefühle beruhigen sich als uns ein kleiner Filmausschnitt aus dem Kitaalltag gezeigt wird. Jetzt füllen sich die Räume mit Kinderstimmen, Getrappel, Lachen und man erlebt einige Erzieherinnen schon mal im Dienst. Sofort kommen die ersten Gedanken auf: „Ach, das wird meinem Sohn bestimmt gut gefallen.“ oder „Da will er vermutlich gar nicht wieder weg.“

Beim anschließendem Beisammensein lerne ich die anderen Eltern ein wenig kennen und erfahre etwas über deren Kinder. Die Erzieherinnen stehen und sitzen mitten unter uns, sodass sie bei allen aufkommenden Fragen und Problemen gleich berichten und erläutern können. Ich freue mich schon, demnächst immer wieder auf diese netten Eltern zu treffen. Schließlich sitzen wir alle im selben Boot und müssen unsere kleinen wohlgehüteten Schätze bald alleine hinter dieser Tür lassen.

Die „Schnupperstunde“

Die Freude auf das Wiedersehen ist groß und natürlich wächst die Spannung, wie die anderen Kinder so sind. Wir konnten aus zwei Terminen wählen, scheinbar haben sich aber alle Eltern für den zweiten Termin entschieden. Um 15 Uhr geht es los. Puh, die größte Herausforderung lag darin, mit meinen Sohn ausgeschlafen, satt und pünktlich hier zu sein. Seit Tagen reden wir schon davon, dass wir bald in die Kita gehen.  

Freundlich werden wir an der Eingangstür begrüßt. Ich habe den Kinderwagen noch nicht mal wirklich abgestellt, da ist mein Sohn schon neugierig losgelaufen. Als auch ich den Gruppenraum betrete, steht er schon mit einem anderen neuen Mädchen in der Kinderküche. Als ich die Mama begrüße, tun es uns die beiden nach und nehmen sich in den Arm. Alle anderen sind draußen und auch mein Sohn entdeckt die offene Tür in den Außenbereich und flitzt hinterher.  

Endlich erfahren wir nun, in welche der beiden Gruppen die Kinder kommen, sodass ich, sobald mein Sohn etwas möchte, auf seine künftige Gruppenleitung verweisen kann. Beide verstehen sich auf Anhieb und für ihn bin ich somit abgeschrieben. Er bedenkt mich noch mit einem Becher Wasser und ruft ab und an, dass ich schauen soll, was er jetzt wieder tolles entdeckt hat. Ich bin erleichtert. Er verhält sich genauso, wie privat auf dem Spielplatz und beim Turnen. Nur, dass hier eben andere „das Sagen haben“ und mit ihm Wasser in die Gießkanne füllen oder ihm beim Trinken einschenken helfen.  

Unsere Schnupperstunde endet, nachdem alles aufgeräumt ist - und mein Sohn gleich den Fundus an Spielgeräten, Fahrzeugen und anderen Spielsachen für draußen entdeckt – und als das letzte Kitakind abgeholt wird. Zwischendurch hat die Gruppenleitung noch einen Termin für das Erstgespräch mit mir vereinbart. Glücklich und zufrieden gehen wir beide nach Hause und wissen genau, dass wir in ein paar Tagen wieder da sind. Dennoch bin ich froh, erlebt zu haben, wie die Erzieherinnen auf die anderen Kinder, die sich etwas schwerer getan haben, eingegangen sind. Liebe-, verständnisvoll und immer wieder ganz behutsam im ständigen (Blick-)Kontakt mit den Eltern haben sie versucht die Kinder für irgendeine Aktivität zu begeistern.  

Das Erstgespräch

Als Vorbereitung dient die Sammelmappe, die wir bei der Vertragsunterzeichnung bekommen haben. Neben Checklisten liegen hier auch noch einige Formulare insbesondere zum Datenschutz und zur Bildungsdokumentation bei. Alles ist abgearbeitet und Fragen sind notiert.

Wir gehen wieder als Familie gemeinsam in die Kita. Bei der Terminabsprache wurde gesagt, dass mein Sohn während des Gesprächs schon mal in seine Gruppe gehen darf.

Nachdem wir freundlich willkommen geheißen und mit Getränken versorgt wurden, hat mein Sohn uns jedem ein Spielzeug gebracht und war dann bereits in seiner Gruppe. Die Gruppenleitung hat das Gespräch geleitet und wir konnten jederzeit unsere Fragen, Bedenken und Zweifel äußern. Und endlich vereinbarten wir auch das Startdatum. So erleichternd wie die Bekanntgabe dieses Datums war, so bekam jetzt der „Ernst des Lebens“ ein Gesicht. Gerne wären wir schon früher gestartet, aber das ging leider nicht. Auch Erzieher*innen haben ein Recht auf Urlaub.  

Der erste Tag

Zunächst ist nur eine Stunde geplant. Wir kommen gerade, als alle Kinder anfangen das Außengelände in Beschlag zu nehmen. Für meinen Sohn ist es wie auf dem Spielplatz. Nur dass hier das Spielzeug schon da ist und am Ende aufgeräumt werden muss. Ich werde wieder mit Spielzeug bedacht, lehne das Angebot, mit ihm zu baggern aber dankend ab und beobachte, so gut das bei der tief stehenden Sonne ohne Sonnenbrille geht. Ich bekomme etwas zu trinken und werde immer wieder von der Gruppenleitung mit Kommentaren und Mimik und Gestik in Sicherheit gewogen. Auch dieses Mal reizen wir das Zeitfenster aus und gehen erst als wir müssen. Was auf Unverständnis bei meinem Sohn stößt - zum Glück ist er kein Nörgler. Wir kommen ja morgen auch schon wieder. Noch schnell ein erstes Mal in der Kita von mir gewickelt, sodass auch das zur Routine für ihn wird. Nachdem wir noch seinen Schrank mit seinen Sachen gefüllt haben, gehen wir.

Schon im Erstgespräch wurde gesagt, dass wir während der Eingewöhnung zwar da sein sollen, aber nicht als Spielpartner und schon gar nicht als Animateur.

Der zweite Tag

Wir kommen eine halbe Stunde früher. Die Kinder sind noch im Gruppenraum. Mein Sohn stürmt schon in die Gruppe und wirft seinen neuen Rucksack vor die Füße der Gruppenleitung nach dem Motto: „So, ich bin jetzt da und habe auch was mitgebracht.“

Ich rufe ihn zurück in den Flur, denn jetzt heißt es zum ersten Mal ankommen, Schuhe ausziehen, Stoppersocken an und Rucksack verstauen. Mein Sohn ist schon wieder im Gruppenraum während ich ein wenig ratlos die Erzieherin ansehe. Ich solle mich setzen, meint sie. Ich wähle die Seite der Sofaecke, die nicht gleich einsehbar ist und dolmetsche lediglich ein wenig. Als die Kinder auf die Sofaecke wechseln, weiche ich. Mein Sohn geht ohne zu zögern mit den anderen mit. Es wird besprochen, was angezogen werden muss, um nach draußen zu gehen. Als mein Sohn das Wort Schuhe hört, ist er auch schon wieder auf dem Weg in den Flur, wo wir seine ja gerade erst abgestellt haben und bringt sie mit in den Gruppenraum. Sanft wird er ermahnt, die Schuhe werden gemeinsam wieder zurückgebracht und erst als auch er wieder auf dem Sofa sitzt, gibt es das Ok zum Schuhe anziehen für alle.

Ich weiß nicht, wer ihm geholfen hat. Jedenfalls geht er ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen mit Sandalen an den Füßen mit den anderen nach draußen und ich bleibe ratlos zurück. Kurz warte ich, ob er nochmal zurückkommt - nichts. Vorsichtig werfe ich durchs Fenster im Bauraum einen Blick nach draußen. Er sitzt inmitten der Kinder und baggert. Einen Moment ringe ich mit mir, ob ich nach draußen gehen soll. Aber dann denke ich, hier soll er jeden Tag ein wenig länger bleiben. Ist doch gut, wenn er sich schon so sicher fühlt, dass er mich nicht in seiner direkten Nähe braucht. Ich gehe in die Küche, da ich weiß, dass dort schon ein paar andere Mütter sitzen, deren Kinder schon ein paar Tage länger in der Eingewöhnung sind.

Zwischendurch wird eine der anderen Mütter gerufen. Bei der Gelegenheit berichtet die Erzieherin kurz, dass mein Sohn ganz in seinem Element zu sein scheint und buddelt, was das Zeug hält. Wir gehen wieder erst, als wir müssen - sprich, die anderen Kinder bereiten sich auf das Mittagessen vor. Die Gruppenleitung erzählt kurz, wie es draußen mit ihm war. Auf dem Weg nach Hause bedauert er, dass es keinen LKW gibt.

Die erste Woche

Jeden Tag dürfen wir ein wenig früher kommen. Seine Bezugserzieherin vereinbart mit mir das Vorgehen. Am dritten Tag darf ich schon mal kurz die Kita verlassen. Ich bekomme eine kurze Übergabe, was los war, wie er gegessen hat.

An Tag vier ist der Papa zum ersten Mal mit und darf auch nach kurzer Wartezeit gehen. Für meinen Sohn scheint schon klar zu sein, dass wir gehen und ihn später abholen. Bereits nach einer Woche isst er mit zu Mittag und ich hole ihn anschließend. Das waren die anstrengendsten Tage der Eingewöhnung: Ein doch ziemlich müdes aber auch so voller Eindrücke aufgedrehtes Kind braucht seinen Mittagsschlaf und findet nicht hinein. Es wird meistens 14 Uhr bis er endlich, meistens auf dem Arm, eingeschlafen ist. Abends wird es somit auch später. Wie gut, dass das nur ein paar Tage waren.

Das erste Mal Mittagsschlaf…

…wird gleich auf unseren Wunsch verschoben, denn am späteren Nachmittag steht ein gemeinsames Kita-Abendessen mit den anderen Kindern und Eltern an.

In den Schlaf finden war von Anfang an ein schwieriges Thema bei meinem Sohn. Um 13:05 werde ich von der Gruppenleitung angerufen, leider schläft er nicht, ist aber erschöpft. Ich möge ihn bitte abholen. Ich hatte schon so ein Gefühl im Bauch.

Beim zweiten richtigen Versuch klappt es. Wohl nicht ganz ohne Nölen, aber er hat geschlafen. Beides erzählt mir mein Sohn sofort beim Abholen. In den nächsten Tagen wiederholen sich die Einschlaf-Schwierigkeiten, aber mit der Zeit scheint es besser zu werden.

Erste Treffen mit den anderen Eltern

In lockerer Atmosphäre lernen wir einige der „alten“ Eltern beim gemeinsamen Abendessen kennen. Zum Glück spielt das Wetter mit und alles findet draußen statt. So können wir beide auch gleich unseren Sohn im Kontakt und Spiel mit den anderen Kindern erleben. Ein schöner Abend. Ich habe das Gefühl mein Sohn ist angekommen!

Bei der ersten Elternvollversammlung dürfen wir gleich von unserem Stimmrecht Gebrauch machen und die Elternvertreter*innen unserer Gruppe wählen. Anschließend gibt es einige kleine Snacks und noch mehr Informationen zu den Angeboten in der Kita und im Familienzentrum. Durch den Austausch mit den anderen Eltern keimt auch bei mir so langsam das Gefühl auf, angekommen zu sein.  

Fazit

Nach gut drei Wochen können wir unseren Sohn bringen und abholen, wie wir es brauchen. Holen wir ihn später ab, versuchen wir ihn aber auch erst spät zu bringen. Er freut sich jeden Tag und kommt auch prompt, wenn ich sage, dass wir jetzt zur Kita gehen. Nur schlafen möchte er lieber in seinem eigenen Bett. Leider gehört das aber zum Kitaalltag dazu.

Die freundliche, zugewandte Art der Leitung bereits beim ersten Telefonat ist tatsächlich ein Grundpfeiler der Kita und scheint sich auch auf die anderen Eltern zu übertragen. Wem man begegnet, wen man fragt, überall wird einem versichert, dass man willkommen ist und all seine Fragen vorbringen kann und diese auch beantwortet werden.

Ich habe das Gefühl, dass alle in der Kita, nicht nur das pädagogische Personal in der Gruppe, ein besonderes Auge auf die Neuen verwerfen und somit auch auskunftsfähig sind, wie der Tag meines Sohnes war. Alle sind daran interessiert, dass auch ich weiß, wie sein Tag verlaufen ist und ich habe auch keinerlei Zweifel daran. Vielen

Dank Team der Outlaw Kita Wienburgstraße für den gelungenen Kitastart! Ich freue mich, euch für die nächsten vier Jahre mit Rat und Tat an meiner und vor allem an der Seite meines Sohnes zu wissen.