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3 von 4 Jugendlichen bleiben dran! Aktuelle Auswertung des Magdeburger Outlaw-Projekts

„Schlupfloch“ schafft Perspektiven! Das zeigt die aktuelle Auswertung* des Programms „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ für Schülerinnen und Schüler in Magdeburg. 76 Prozent der teilnehmenden Jugendlichen, die sonst nicht oder nur sporadisch zur Schule gehen, schließen das Projekt ab. Und weit über die Hälfte (61 Prozent) nehmen konkrete Perspektiven für ihren weiteren Bildungsweg mit und setzen diese auch um.


Abschlusstag Schlupfloch Ende 2018

Auswertung: Teilnahmedauer und Projektabschluss

Auswertung: Problemlagen

Das ist ein großer Erfolg für die jungen Menschen und für das Magdeburger Outlaw-Projekt „HEY DU! – Einsteigen – Aufsteigen – Durchsteigen“, das seit 2015 im Rahmen des Programms „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ durchgeführt und von der Landeshauptstadt Magdeburg koordiniert wird.

Zur Zielgruppe gehören Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 12 und 26 Jahren, vor allem aber Schüler*innen im Krisen- oder Konfliktfall, mit sichtbarer Perspektiv- und Orientierungslosigkeit, Mobbingopfer und -täter*innen und vor allem Schüler*innen mit aktiver oder passiver Vermeidungshaltung gegenüber Schule.  

„Unsere Evaluation zeigt, dass wir genau diese Jugendlichen mit unseren Angeboten erreichen. Denn es ist beachtlich, wenn rund Dreiviertel der Teilnehmer*innen, die sonst keinen regelmäßigen Alltag in der Schule haben, bei uns über mehrere Wochen am Ball bleiben und darüber hinaus weitere Maßnahmen in Anspruch nehmen“, betont Teamleiterin Maria Wiedemann und ergänzt: „Das ist auch eine Spezifikation des Projekts: Wir begleiten die Jugendlichen weiter und unterstützen sie auf ihren neu eingeschlagenen Wegen.“ Dazu gehören die Vermittlung zurück an die Schule oder in eine Ausbildung, ein Schulwechsel oder Schulersatzangebote sowie in Maßnahmen des Jugendamts oder Jobcenters.

Das wirkt: Individuelle Lösungen & intensive Beziehungsarbeit

Möglich macht das der interdisziplinäre Aufbau des Projekts: Je nach spezifischen Ausgangsbedingungen und Problemlagen der Jugendlichen entscheidet das sozialpädagogische Team um Maria Wiedemann, Sofie Schirrmacher und Dominik Schwabe, ob die pädagogisch-therapeutische Intensiv-Gruppenarbeit „Schlupfloch“ oder zunächst die Intensiv-Einzelarbeit „Unterschlupf“ zielführend ist – jeweils als Auszeit von Schule. Darüber hinaus können die Teilnehmenden im Rahmen des „Case Managements“ weiter begleitet und im Netzwerk der unterschiedlichen Träger in Magdeburg individuell betreut und vermittelt werden. Das Projektteam erreicht die Jugendlichen mitunter dann, wenn es den hiesigen System Schule nicht mehr gelingt. Und zwar mit niedrigschwelligen Angeboten, individuellen Lösungen und intensiver Beziehungsarbeit.

„Über die Hälfte der Jugendlichen vermeiden zeitweise oder bereits langfristig die Schule. Andere sind in der Schule so verhaltensauffällig, dass sie keinen Anschluss mehr finden.“, beschreibt Projektmitarbeiterin Sofie Schirrmacher. „Ich bin immer wieder selbst überrascht, wie Jugendliche, die schon durch viele Raster gefallen sind, dennoch bei uns ankommen und sich gut auf unsere Gruppen- und Beziehungsarbeit einlassen können.“ Hier setzt das multiprofessionelle Team an und steht den vermittelnden Einrichtungen wie Schule, Jugend- und Landesschulamt mit kurzfristigen, fallspezifischen Hilfen für die Jugendlichen zur Verfügung. Die Teilnehmenden kommen aus fast allen Schulformen, v. a. aber der Sekundarschule. 14 verschiedene Schulen waren bisher dabei. Fast Dreiviertel der Teilnehmenden werden von ihrer Schule an das Projekt vermittelt.

"Das motiviert uns ungemein."

"Wir geben den Jugendlichen jeden Tag eine neue Chance, bei uns anzukommen, uns zu überraschen und mit uns gemeinsam neue Erfahrungen zu sammeln. Diese Beziehungsgestaltung gibt uns die Möglichkeit, in der Lebenswelt der Mädchen und Jungen neue Perspektiven und Wege zu finden“, berichtet Projektmitarbeiter Dominik Schwabe. „Wir bekommen dafür tolle Rückmeldungen. Jugendliche erzählen im Nachhinein, besser als bei Outlaw, habe es kaum mehr geklappt. Eltern sind erstaunt, dass ihre Kinder ankommen und durchhalten. Die Schulsozialarbeiter*innen freuen sich, wenn ihre Schüler*innen nach der Zeit bei uns deutlich gelöster und entspannter wirken. Das motiviert uns ungemein.“

In den Intensiv-Angeboten, die Mitte 2017 starteten und stetig weiterentwickelt wurden, befanden sich bisher 67 Jugendliche. Seit 2015 sind rund 340 junge Menschen durch Angebote, Einzelfallhilfe und Mikroprojekte gegangen. Obwohl das Projekt quartiersbezogen im Magdeburger Norden angelegt ist, kommen auch sehr viele Teilnehmer*innen aus anderen Stadtteilen, v. a. Sudenburg. „Das zeigt uns, dass wir mit unseren Angeboten jungen Menschen in anderen Stadtteilen erreichen können und wir hoffen, dass das Projekt zukünftig einen stärkeren Fokus auf ganz Magdeburg bekommt“, ergänzt dazu Mandy Trampe, Projektleiterin und Outlaw-Bereichsleiterin am Standort Magdeburg.

*Evaluation des Projekts Projekt „HEY DU! – Einsteigen – Aufsteigen – Durchsteigen“, Zeitraum Aug 2017 – Aug 2020, erstellt von D. Schwabe, S. Schirrmacher, M. Wiedemann im Rahmen des Programms „JUGEND STÄRKEN im Quartier“.

JUGEND STÄRKEN im Quartier

Die Arbeit im Rahmen des Programms JUGEND STÄRKEN im Quartier wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit und den Europäischen Sozialfonds gefördert. Die Umsetzung des Projektes erfolgt durch die Landeshauptstadt Magdeburg und die Outlaw gGmbH.