20 Jahre Outlaw in Emden: Kinder- und Jugendhilfe feiert Jubiläum mit Wegbegleiter:innen

Seit 20 Jahren ist Outlaw am Standort Emden aktiv und begleitet Kinder, Jugendliche und Familien in unterschiedlichen Lebenssituationen. Dieses besondere Jubiläum feierte das Standort-Team am 28. August 2026 gemeinsam mit zahlreichen geladenen Gästen und langjährigen Kooperationspartner:innen in festlicher und zugleich persönlicher Atmosphäre. Eingeladen hatte das Standortleitungsteam um Anna Grabowski und Cay-Julia Pageler, um gemeinsam auf zwei Jahrzehnte Jugendhilfearbeit in Emden zurückzublicken, Erfolge zu würdigen und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Ein Rückblick auf zwei Jahrzehnte Entwicklung

Zur Eröffnung blickten beiden auf die Entwicklung dieser zwei Jahrzehnte zurück und gaben einen Einblick in die vielfältige Geschichte des Standortes. Von den ersten Angeboten über die Weiterentwicklung der Hilfen bis hin zu zeitlich begrenzten Projekten hat sich das Aufgabenfeld der Jugendhilfe in Emden über die Jahre immer wieder verändert und an neue Bedarfe angepasst. Zu den Stationen gehörten unter anderem der Aufbau der Wohngruppenarbeit, die Eltern-Kind-Gruppe (Elki), ambulante Hilfen und das Angebot „Starter“. Auch Kooperationen, beispielsweise mit der Grundschule Grüner Weg, wurden im Laufe der Jahre zu wichtigen Bestandteilen der Arbeit.

Anna Grabowski betonte dabei die Dynamik dieser Jahre: „Wenn wir auf die letzten 20 Jahre schauen, sehen wir, wie dynamisch sich unsere Arbeit entwickelt hat. Wir haben uns immer wieder an neue Bedarfe angepasst und gemeinsam mit unseren Partner:innen in Emden Angebote geschaffen, die wirklich dort ankommen, wo sie gebraucht werden.“

Flexibilität im Einsatz: Von der TSM zur Clearing-Gruppe

Ein weiterer Abschnitt der Standortgeschichte war die Tagesstrukturierende Maßnahme (TSM) in der Stadt an der Großen Kirche, die nach fast sieben Jahren geschlossen wurde. Als sich der Bedarf durch die Aufnahme unbegleiteter minderjähriger Ausländer (UMA) veränderte, reagierte Outlaw schnell und etablierte eine Clearing-Gruppe; zunächst in Wybelsum und später in der Kiefernstraße. Nachdem schließlich keine geflüchteten Minderjährigen mehr in entsprechender Zahl nach Emden kamen, wurde auch dieses Angebot geschlossen. Die Begleitung junger Menschen endete damit jedoch nicht: Je nach individuellem Bedarf konnten und können ehemalige Bewohner:innen anschließend durch ambulante Hilfen oder im Rahmen der Mobilen Betreuung weiter begleitet werden.

Nachhaltige Wirkung und persönliche Erfolgsgeschichten

Besonders deutlich wurde bei den Rückblicken, wie nachhaltig die Arbeit der vergangenen Jahre wirkt: So berichteten die Gastgeberinnen auch von ehemaligen Bewohner:innen und Klient:innen aus den Hilfen zur Erziehung, zu denen teilweise bis heute Kontakt besteht. Einige der jungen Menschen haben inzwischen ihren eigenen Lebensweg gefunden, Familien gegründet und selbst Kinder bekommen.

Cay-Julia Pageler beschreibt dieses Gefühl so: „Wirklich schön ist es zu sehen, wie nachhaltig unsere Begleitung wirkt. Dass wir heute mit ehemaligen Bewohner:innen in Kontakt stehen, die inzwischen ihr eigenes Leben und ihre Familien gegründet haben, ist für uns die größte Bestätigung unserer Arbeit.“ Solche persönlichen „Erfolgsgeschichten“ machten auch den Gästen greifbar, welche Bedeutung eine verlässliche Begleitung und Beziehung über die eigentliche Hilfe hinaus haben können.

Starke Netzwerke als Fundament der Arbeit

Eine wichtige Rolle spielen dabei die zahlreichen Kooperationen und Netzwerke, die über die Jahre entstanden sind. Neben den verschiedenen Einrichtungen und Angeboten am Standort gehören dazu u. a. die Zusammenarbeit mit dem Johannes-Althusius-Gymnasium, dem Max-Windmüller-Gymnasium und der Stadt Emden. Gerade im schulischen Bereich sind verlässliche Partnerschaften von besonderer Bedeutung, da die Landesschulbehörde an den Emder Gymnasien keine Schulsozialarbeit vorsieht. Durch die Zusammenarbeit vor Ort können dennoch wichtige Unterstützungsangebote für Kinder und Jugendliche geschaffen und miteinander verknüpft werden.

Erinnerungen an die Anfänge: Ein Blick zurück ins Jahr 2006

Eine:r der zahlreichen Redner:innen des Tages war zudem Norbert Niemeyer (ehemaliger Outlaw-Mitarbeiter und mittlerweile im Ruhestand). Als damaliger zuständiger Bereichsleiter war er maßgeblich am Aufbau des Standortes beteiligt und brachte im Jahr 2006 die erste Outlaw-Wohngruppe in Emden an den Start. In seinen persönlichen Erinnerungen nahm er die Gäste mit zu den Anfängen der Wohngruppe vor Ort. Dabei berichtete er von den ersten Schritten, den Herausforderungen und Hürden, die es zu meistern galt, Nachtdienste, die er zu Beginn selber machte sowie von den Menschen, die den Aufbau der damaligen Strukturen begleitet und mitgestaltet haben. Sein Rückblick und seine persönliche Verbundenheit zum Standort Emden und der Region Ostfrieslands machte deutlich, wie viel sich in den vergangenen 20 Jahren entwickelt hat und wie wichtig engagierte Menschen für eine erfolgreiche Jugendhilfearbeit sind.

Politische Würdigung und gesellschaftliche Relevanz

Auch der ehrenamtliche Bürgermeister und Ratsherr der Stadt Emden, Gregor Strelow (SPD), richtete einige Worte an die Gäste. In seinem Grußwort würdigte er die Bedeutung der Jugendhilfe für die Stadtgesellschaft und ging auf aktuelle politische Entwicklungen und Herausforderungen ein. Gleichzeitig bedankte er sich für die geleistete Arbeit und das kontinuierliche Engagement für Kinder und Jugendliche in Emden.

Plädoyer für kontinuierliche Entwicklung und Offenheit

Im Anschluss sprach Tanja Klein, pädagogische Leitung im Bereich Hilfen zur Erziehung (HzE) bei Outlaw: Sie würdigte die langjährige Arbeit der Mitarbeiter:innen des Standortes und hob die Bedeutung der kontinuierlichen pädagogischen Arbeit sowie der Zusammenarbeit mit den zahlreichen Kooperationspartner:innen hervor. Und sie appellierte mit Blick auf die Zukunft des Standortes: „Ich bin sehr stolz auf die langjährige Arbeit unseres Teams und die engen Bande zu unseren Partner:innen. Aber wir dürfen nicht stehen bleiben: Lassen Sie uns auch in Zukunft mit Offenheit neue Wege denken und gemeinsam gestalten.“

Gemeinsames Feiern und Ausblick auf die Zukunft

Im Anschluss an den offiziellen Teil ließen die Gäste den Tag in gemütlicher Runde ausklingen. Bei einem gemeinsamen Buffet blieb ausreichend Zeit für persönliche Gespräche, Begegnungen und den Austausch über gemeinsame Erfahrungen und zukünftige Herausforderungen.

20 Jahre Jugendhilfe Outlaw in Emden – das bedeutet 20 Jahre Engagement, Entwicklung, Veränderung und Zusammenarbeit. Das Jubiläum machte deutlich, dass erfolgreiche Jugendhilfe vor allem durch Menschen lebt, die gemeinsam Verantwortung übernehmen, Netzwerke gestalten und sich langfristig für die Belange von Kindern, Jugendlichen und Familien einsetzen. Die vielen Begegnungen und persönlichen Geschichten zeigten dabei eindrucksvoll, dass die Wirkung guter Jugendhilfearbeit weit über den eigentlichen Zeitraum einer Hilfe hinausreichen kann.

Zurück