Internationaler Tag der Sozialen Arbeit: So wichtig ist soziale Unterstützung und gesellschaftlicher Zusammenhalt!
Soziale Gerechtigkeit fördern, sich für Menschenrechte einsetzen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken: Das sind nicht nur die zentralen Themen des heutigen Aktionstags, sondern sie machen die tägliche Arbeit unserer Kolleg:innen mit Menschen aus. Mit dem internationalen Tag der Sozialen Arbeit sollen diese Leistungen weltweit gewürdigt und daran erinnert werden, wie wichtig soziale Unterstützung und das Engagement für eine gerechte, inklusive Gesellschaft sind.
„Gemeinsam für Zuversicht und Verbundenheit. Harambee! Ziehen wir an einem Strang.“
Das diesjährige Motto setzt hier an: Denn nur gemeinsam, mit Beziehungsarbeit, Dialog und Empowerment gelingt soziale Teilhabe. „Harambee“ bedeutet wörtlich „zusammenziehen“ oder „Alle für Einen“. Der Begriff stammt aus der „Swahili“, einer Sprache in Ostafrika, und steht für gemeinschaftliche Selbsthilfe und kollektive Entwicklung. Darüber hinaus verkörpert er eine Haltung: nämlich die der geteilten Verantwortung, einen Beitrag zum Gemeinwohl zu leisten. Übertragen heißt das: gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden und sich für eine gerechte und nachhaltigere Zukunft für alle Menschen einzusetzen!
Soziale Arbeit ist der zentrale Baustein für soziale Gerechtigkeit
Mit Blick auf komplexen Herausforderungen unserer Gegenwart bedeutet das übertragen, dass wir diese gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Spaltung nur gemeinsam, im Dialog, mit Beziehungsarbeit bewältigen können. Und hier setzt Soziale Arbeit an: Sie ist der zentrale Baustein für soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und Schutz der Menschenrechte.
Vor dem Hintergrund gekürzter Sozialausgaben, steigender Demokratiefeindlichkeit, Fachkräftemangel und gleichzeitig mehr Menschen – mehr Kinder, Jugendliche und Familien – die Unterstützung brauchen, ist das für unsere Mitarbeitenden mehr als herausfordernd. Und dennoch: Sie setzen sich täglich ein, begleiten, hören zu, sind einfach da und geben Halt. Vier Kolleg:innen berichten heute zum Internationalen Tag der Sozialen Arbeit, warum ihnen das wichtig ist – und wir sagen DANKE!
Chris, Stationäre Hilfen zur Erziehung bei Outlaw in Halle/Saalekreis
"Für mich bedeutet Soziale Arbeit, junge Menschen ein Stück auf ihrem Weg zu begleiten. In der teilstationären Jugendhilfe erlebe ich jeden Tag, wie wichtig es ist, zuzuhören, präsent zu sein und Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen. Ich liebe meinen Job und den Umgang mit Jugendlichen – vielleicht auch, weil ich selbst nicht vergessen habe, wie es ist, jung zu sein.
Ich versuche für die Jugendlichen vor allem Wegbegleiter zu sein – jemand, der zuhört, unterstützt, Brücken baut und ihnen zeigt: Du wirst gesehen und jemand glaubt an dich. Gleichzeitig schätze ich an meiner Arbeit, dass ich Raum habe, kreative und manchmal auch verrückte Ideen auszuprobieren und umzusetzen – oft sind genau diese ungewöhnlichen Wege der Schlüssel, um Jugendliche wirklich zu erreichen.
Besonders berührend sind für mich die Momente, in denen man in Krisen einfach da ist und später die Dankbarkeit in den Augen sieht. Ab und zu begegnen mir ehemalige Jugendliche Jahre später wieder auf der Straße und erzählen, wie sich ihr Leben entwickelt hat. Diese Momente zeigen mir immer wieder, wie nachhaltig Soziale Arbeit wirken kann – auch wenn Erfolge manchmal erst viel später sichtbar werden.
Soziale Arbeit bedeutet für mich genau das: gemeinsam an einem Strang zu ziehen, Zuversicht zu schaffen und Menschen auf ihrem Weg zu stärken."
Julia, kommissarische Leitung vom BauSpielTreff Holtrode
"Soziale Arbeit bedeutet für mich weit mehr als nur einen Beruf – sie ist eine Haltung. Jeden Tag begegne ich Menschen vor allem aber Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen Geschichten, Herausforderungen und Hoffnungen. Meine Aufgabe als Sozialpädagogin sehe ich darin, zuzuhören, zu begleiten, einen sicheren Raum zu bieten und gemeinsam Wege zu finden, die neue Perspektiven eröffnen können.
Ich habe mich bewusst für die Soziale Arbeit entschieden, weil ich daran glaube, dass jeder Mensch das Recht auf Würde, Teilhabe und faire Chancen hat! Soziale Gerechtigkeit und die Achtung der Menschenrechte sind für mich keine abstrakten Begriffe, sondern etwas, das sich im Alltag bei mir zeigt: in Begegnung, in Unterstützung, durch Gespräche mit Kolleg:innen und im Einsatz für diejenigen, deren Stimmen oft viel zu wenig gehört werden.
Das Motto des diesjährigen Internationalen Tages der Sozialen Arbeit – „Gemeinsam für Zuversicht und Verbundenheit. Wir ziehen an einem Strang“ – beschreibt genau das, was soziale Arbeit ausmacht. Veränderungen entstehen selten allein. Sie entstehen, wenn Menschen sich gegenseitig stärken, wenn Fachkräfte, Familien, Gemeinschaften und Institutionen zusammenarbeiten.
Meine Motivation ist die Überzeugung, dass selbst kleine Schritte große Wirkung haben können. Wenn Kinder, Jugendliche oder generell Menschen wieder Zuversicht entwickeln, sich gesehen fühlen und Unterstützung erfahren, entsteht Verbundenheit. Und damit die Grundlage für eine gerechte Gesellschaft.
Soziale Arbeit bedeutet für mich, jeden Tag einen Beitrag dazu zu leisten, dass Hoffnung wachsen kann."
Nina, Teamleitung einer Wohngruppe bei Outlaw
"Ich arbeite als Sozialpädagogin, weil, es mir Freude bereitet für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu sorgen. Und ich möchte Kindern und Jugendlichen einen sicheren, schönen Ort bieten, wo sie wachsen können. Ich will Verantwortung übernehmen und dabei Kindern und Jugendlichen soziale Teilhabe und Gerechtigkeit ermöglichen."
Diemut, Kita-Sozialarbeiterin in einer Outlaw-Kita in Münster
"Ich arbeite als Sozialarbeiterin in der Kita, weil mir die Unterstützung von Kindern und Familien schon immer sehr wichtig war. In meinem ersten Beruf als Kinderkrankenschwester habe ich bereits intensiv mit Kindern und ihren Familien gearbeitet und gesehen, wie wichtig Unterstützung in schwierigen und belastenden Situationen ist.
Dabei habe ich gemerkt, dass soziale Berufe nicht nur den Kindern helfen, sondern immer auch das gesamte Familiensystem betreffen. Wenn man ein Kind unterstützt, unterstützt man gleichzeitig auch die Eltern und oft auch die Geschwister. Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich Familie noch umfassender begleiten und unterstützen möchte.
Mein Ziel ist es, junge Familien möglichst früh in ihrer Rolle als Eltern zu begleiten, zu beraten und zu stärken. Außerdem ist es mir wichtig, dass Eltern andere Familien kennen lernen, die sich in ähnlichen Lebenssituation befinden, und dass sie sich miteinander vernetzen können. Die gesellschaftlichen Anforderungen an Familien sind zunehmend gestiegen, früher gab es häufig Mehrgenerationsfamilien, in denen sich Familien automatisch unterstützt haben. Heute fehlt dieses soziale Netzwerk oft.
Besonders schön ist es für mich, nach fünf Jahren Kita Zeit zu sehen, wie sich das Leben der Kinder und ihre Eltern positiv entwickelt hat und wie Familien durch Unterstützung gestärkt wurden."
Internationaler Tag der Sozialen Arbeit
Der Internationale Tag der Sozialen Arbeit wird jährlich am dritten Dienstag im März begangen und ist auch als World Social Work Day (WSWD) bekannt. Er wurde 2007 initiiert von der International Federation of Social Workers (IFSW), dem internationalen Dachverband der Sozialarbeiter:innen, und ist mittlerweile international anerkannt, auch von den Vereinten Nationen. Der WSWD 2026 wird von der Deutschen Gesellschaft für Soziale Arbeit (DBS) organisiert und wird von der Internationalen Gesellschaft für Soziale Arbeit (IFSW) unterstützt.
Mehr Informationen: World Social Work Day 2026