Klimaanpassung gemeinsam gestalten: Outlaw und Berliner Stadtmission bringen am Praxistag soziale Einrichtungen zusammen
Wie kann Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen gelingen? Und was brauchen Träger, Fachkräfte und Netzwerke, um den Herausforderungen durch Hitze, Starkregen oder andere Klimafolgen wirksam zu begegnen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der gemeinsame Praxistag „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“, zu dem Outlaw und die Berliner Stadtmission am 15. September eingeladen hatten.
Rund um Vorträge, Workshops und Austauschformate kamen Mitarbeitende sozialer Einrichtungen, Fachakteur:innen und Interessierte zusammen, um Erfahrungen zu teilen, voneinander zu lernen und neue Kooperationen anzustoßen. Schnell wurde deutlich: Klimaanpassung bedeutet weit mehr als einzelne Maßnahmen gegen Hitze. Es geht darum, soziale Einrichtungen langfristig widerstandsfähig zu machen und gleichzeitig die Menschen im Blick zu behalten, die besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen sind.
Soziale Einrichtungen als wichtige Akteure der Klimaanpassung
Zu Beginn stellten die Klimaanpassungsbeauftragten Franziska Fink (Outlaw gGmbH) und Leonie Große-Allermann (Berliner Stadtmission) Einblicke in ihre bisherigen Projekte vor. Dabei wurde sichtbar, wie vielfältig Klimaanpassung in der Praxis bereits umgesetzt wird: von Klimarisikoanalysen und Klimaanpassungskonzepten über Sensibilisierungs- und Informationsangebote bis hin zum Aufbau von Verstetigungsstrukturen innerhalb der Organisationen.
Im ersten Workshop stand die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle soziale Einrichtungen in Krisen- und Katastrophenlagen übernehmen können. Die Teilnehmenden diskutierten soziale Einrichtungen als mögliche Anlaufstellen, Orte der Vernetzung und Unterstützung sowie als wichtige Kontaktpunkte für besonders vulnerable Personengruppen. Gleichzeitig wurden die Grenzen dieser Aufgaben deutlich: Fehlende personelle und finanzielle Ressourcen, bauliche Herausforderungen sowie die Vielzahl möglicher Krisenszenarien stellen viele Einrichtungen vor große Herausforderungen.
Gemeinsam Lösungen entwickeln
Der zweite Teil der Veranstaltung widmete sich der Frage, wie Klimaanpassung konkret angestoßen und langfristig in Organisationen verankert werden kann. Anhand von Praxisbeispielen wurde diskutiert, wie Klimarisiken analysiert, Verantwortlichkeiten geschaffen und Klimaanpassung mit bestehenden Bereichen wie Qualitätsmanagement, Arbeitsschutz oder Nachhaltigkeitsmanagement verknüpft werden kann.
Besonders wertvoll war dabei der Blick auf die unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmenden. In den Workshops entstanden zahlreiche Gespräche über gelungene Praxisansätze, bestehende Herausforderungen und neue Ideen für die Zusammenarbeit. Es wurden Kontakte geknüpft, Erfahrungen ausgetauscht und erste Überlegungen für gemeinsame Vorhaben entwickelt.
„Nur gemeinsam stark“
Wie wichtig Zusammenarbeit für eine erfolgreiche Klimaanpassung ist, zeigte sich auch in den Antworten der Teilnehmenden. Auf persönlichen Steckbriefen konnten sie ihr eigenes Klimaanpassungsmotto festhalten. Ein Satz blieb dabei besonders in Erinnerung: „Nur gemeinsam stark.“
Dieses Motto spiegelte die Atmosphäre des gesamten Tages wider. Klimaanpassung lässt sich nicht von einzelnen Personen oder Organisationen allein gestalten. Sie lebt vom Austausch unterschiedlicher Perspektiven, vom Teilen von Wissen und von belastbaren Netzwerken, die im Alltag ebenso wie in Krisensituationen tragen.
Für die Veranstalterinnen ist daher auch das Fazit des Tages klar: Klimaanpassung wird dann konkret, wenn Menschen miteinander ins Gespräch kommen, Erfahrungen teilen, Themen gemeinsam weiterdenken und sich miteinander vernetzen.
Wir bedanken uns herzlich bei allen Teilnehmenden, Referent:innen und Workshop-Leitungen für die vielfältigen Impulse, die offenen Diskussionen und die Bereitschaft, ihre Erfahrungen zu teilen. Gemeinsam haben wir gezeigt, wie Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen gestaltet werden kann: praxisnah, gemeinsam und mit Blick auf die Menschen, die sie am meisten brauchen.
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