Klimacamp in Hamm: Outlaw zeigt sozialpädagogische Präsenz
Tausende Teilnehmer:innen, eine starke Medienpräsenz und ein hochemotionales Thema: Das Klimacamp im Lippepark Hamm sorgte Ende Mai für große öffentliche Aufmerksamkeit. Über mehrere Tage hinweg fanden Versammlungen, Demonstrationen und vielfältige Aktionen rund um die Themen Klimaschutz und Energiepolitik statt. Zu den Gästen zählte unter anderem auch die international bekannte Klimaaktivistin Greta Thunberg.
Auf Wunsch des Jugendamtes sowie des Jugendkommissariats der Polizei wurde das Klimacamp durch "Streetwork Hamm", eine Kooperation zwischen Outlaw und dem Friedrich-Wilhelm-Stift, lageorientiert begleitet. Ziel war es, mögliche jugendhilferelevante Entwicklungen frühzeitig wahrzunehmen und als niedrigschwellige sozialpädagogische Unterstützung zur Verfügung zu stehen. Im Einsatz waren die Streetworker:innen Tabea Schlossarek und Kristijan Milekić sowie Studierender Simon Rohrauer und Christian Zirkwitz als zuständige Fachbereichsleitung.
Ein neues Einsatzsetting für die Outlaw-Sozialarbeit
Für „Streetwork Hamm“ stellte die Begleitung des Klimacamps ein besonderes Einsatzsetting dar. Während Mitarbeitende regelmäßig bei Großveranstaltungen wie der Hammer Innenstadtkirmes präsent sind, brachte dieses mehrtägige politische Geschehen eigene Herausforderungen mit sich. Bereits im Vorfeld fand ein gemeinsamer Ortstermin mit Vertreter:innen des Jugendamtes, der Jugendhilfe im Stadtteil, dem Awareness-Team sowie weiteren beteiligten Akteur:innen statt, um Zuständigkeiten und Kommunikationswege zu klären.
Anders als klassische Informations- oder Beratungsangebote verfügte Streetwork Hamm vor Ort über keinen eigenen Stand, Pavillon oder festen Anlaufpunkt. Die Präsenz erfolgte bewusst mobil und lageorientiert im gesamten Einsatzraum. Die Streetworker:innen bewegten sich auf dem Campgelände, an Demonstrationsstrecken sowie relevanten Treffpunkten. Sichtbar wurden sie insbesondere durch persönliche Kontaktaufnahme, Gespräche mit Teilnehmenden sowie ihre T-Shirts.
Während der Einsatzzeit begleiteten die Mitarbeiter:innen von „Streetwork Hamm“ sowohl das Campgeschehen als auch einzelne Demonstrationslagen und hielten Kontakt zu den Verantwortlichen vor Ort. Bereits im Vorfeld wurden unterschiedliche Szenarien diskutiert – etwa mögliche Konfliktlagen oder Unterstützungsbedarfe junger Menschen. Im Verlauf zeigte sich jedoch, dass die Lage insgesamt ruhig verlief und keine relevanten Krisensituationen aufkamen.
„Gerade bei größeren öffentlichen Veranstaltungen ist es wichtig, dass junge Menschen bei Bedarf niedrigschwellige Ansprechpartner:innen vorfinden. Unsere Aufgabe besteht dabei nicht in Sicherheits- oder Ordnungsaufgaben, sondern darin, Unterstützung anzubieten, zu vermitteln, zu deeskalieren sowie Orientierung zu geben und bei Bedarf Brücken in weiterführende Hilfen zu bauen“, erläutert Christian Zirkwitz, Fachbereichsleitung Hilfen zur Erziehung bei Outlaw.
Der Einsatz verdeutlicht die Bedeutung einer guten Vernetzung zwischen Jugendhilfe, Jugendamt, Polizei und Veranstaltenden. Auch ohne besondere Unterstützungsbedarfe konnten bestehende Kontakte gestärkt werden. Bereits in den kommenden Wochen wird „Streetwork Hamm“ erneut bei größeren Veranstaltungen im Stadtgebiet präsent sein.
Zurück